Lesung mit Autorin Jenny Schon in Lohfelden

Brücken bauen nach Trutnov

Die gleichen Wurzeln: Die bekannte Schriftstellerin Jenny Schon las in der neuen Bibliothek in Lohfelden aus ihren Romanen. Auf dem Bild signiert die Autorin ein Buch für Margerete Pytlik (90) aus Lohfelden, die – wie Jenny Schon – in der tschechischen Partnerkommune Trutnov, dem früher deutschen Trautenau, geboren worden ist. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden/Trutnov. Es ist kein Zufall, dass Jenny Schon ihre biografischen Romane über die Suche nach der verlorenen böhmischen Heimat in Lohfelden vorstellt: Die 1945 im Kinderwagenalter vertriebene Autorin stammt aus dem tschechischen Trutnov im Riesengebirge. In ihrem ersten Roman „Der Graben“ erforscht sie als Beata Pütz ihre in der Partnerkommune Lohfeldens liegenden Wurzeln.

Beata Pütz kauft sich im Riesengebirge ein Haus und wird doch den Schatten der Vertreibung und des Grabens zwischen Deutschen und Tschechen nicht los. „Mein Geburtsland wirkte wie Ausland auf mich. Sie können sich vorstellen, dass das mit dem Haus nicht gut ausgeht“, sagt Jenny Schon den gespannt zuhörenden Veranstaltungsbesuchern in der neuen Bibliothek. Das Haus brennt schließlich ab, die Hauptperson im Roman wendet sich dem Alkohol zu.

In dem neuen Roman „Die Sammlerin“ wandelt die heute in Berlin lebende Schriftstellerin und Sinologin mehr auf den Spuren ihrer Familie. In bildhafter Sprache – Kostprobe: „Wenn ich mich wende, liegt Marschendorf wie in einem grünen Körbchen gebettet“ – beschreibt sie die Schönheit ihrer böhmischen Heimat, verknüpft sensibel Erinnertes mit Erlebtem und baut so gleichzeitig Brücken. Für Deutsche wie für Tschechen. (ppw) Informationen über die Autorin und ihre Werke: www.jennyschon.de

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