Nieste-Übergänge: Spezialbetonplatten „Auf der Insel“ ausgetauscht – Holz verstärkt zweite Konstruktion

Die Brücken sind wieder frei

Vorher: Bis zu drei Zentimeter hingen die Platten aus Spezialbeton durch, mit denen die Brücke „Auf der Insel“ belegt war. Archivfoto:  Gemeinde Niestetal

Niestetal. Die Angelegenheit schlug im wahrsten Sinne des Wortes Wellen: Bis zu drei Zentimeter hingen die Platten aus Spezialbeton durch, mit denen die neue Fußgängerbrücke „Auf der Insel“ in Sandershausen belegt war. Nach nur gut einem Jahr musste der Übergang über die Nieste im Frühjahr gesperrt werden.

Doch damit nicht genug: Wenig später machte auch die zweite neue Brücke „Auf der Bleiche“ schlapp. Dort hingen die Platten bis zu einem Zentimeter durch. Und auch diese Konstruktion legte der von der Gemeinde Niestetal bestellte Gutachter aus Sicherheitsgründen still.

Vier Monate nach dem Desaster mit dem Spezialbeton, der nichts mit jenem Baustoff zu tun hat, den die Universität Kassel entwickelt hat und der auch beim Neubau der Gärtnerplatzbrücke über die Fulda verwendet wurde, hat sich die Situation entspannt.

„Auf der Insel“ sind die Wellen inzwischen verschwunden. Bereits im Juni wurden die fehlerhaften Betonplatten durch neue Platten aus dem Spezialbaustoff ersetzt, erklärt Verwaltungssprecher Dennis Bachmann auf HNA-Anfrage. Die Brücke wurde inzwischen wieder für Passanten freigegeben.

Noch nicht wirklich gelöst ist das Problem dagegen wenige Hundert Meter entfernt „Auf der Bleiche“. Damit sich die Platten nicht weiter durchbiegen können, wurde die stählerne Brückenkonstruktion an der Unterseite durch Holzbalken verstärkt. Die Brücke sei nun „gefahrlos benutzbar“, versichert Bachmann. Sie wurde inzwischen ebenfalls wieder freigegeben.

Balken nur Provisorium

Die Holzbalken sind allerdings nur als Übergangslösung gedacht. Die Firma Stahlbau Lamparter aus Kaufungen, Lieferantin der Stahlkonstruktion, hat nach Angaben von Geschäftsführer Claus-Peter Hartmann inzwischen einen potenziellen neuen Lieferanten für die Betonplatten im Blick. Es müssten aber noch Einzelheiten geklärt werden, so der Geschäftsführer.

Die schadhaften Betonplatten stammten von einem Hersteller in Dänemark.

Von Peter Ketteritzsch

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