Ahnataler Busunternehmer starb mit 79 Jahren – Bereits in 70er-Jahren Fahrten nach Marokko angeboten

Bruno Sauer war sehr viel auf Achse

Private Reise: Diese Aufnahme von Bruno Sauer entstand 2011 an der Algarve in Portugal.

Ahnatal. Bruno Sauer hat viel von der Welt gesehen. Reisen, auf Achse sein, das war das Metier und die große Leidenschaft des Ahnataler Busunternehmers. Ende vergangener Woche ist Bruno Sauer im Alter von 79 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Busfahren war nicht die erste berufliche Wahl des Kasseläners. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Chemotechniker, stieg dann aber doch in das Unternehmen seines Vaters ein.

Dieser war eher zufällig zu dem Metier gekommen. Als Betreiber einer Kfz-Werkstatt reparierte er einen Reisebus. Als der Eigentümer aber die Rechnung nicht bezahlen konnte, fiel das Fahrzeug an die Familie Sauer. Ein neuer Geschäftszweig war Mitte der 30er-Jahre geboren.

Von Kassel wechselte das Unternehmen von Bruno Sauer Anfang der 70er-Jahre nach Ahnatal, als die Familie nach Heckershausen zog.

Seitdem erlebten unzählige Menschen aus der Region Bruno Sauer als außergewöhnlichen Busfahrer, intelligenten Reiseanbieter und herzensguten Menschen. Zum Beispiel während einer Schülerfahrt nach Italien, als die Kinder vier von der Mutter verlassene Hundewelpen fanden und zunächst heimlich versorgten. Schließlich wurden die Tiere entdeckt und kurzerhand im Bus mitgenommen. Einer der Hunde, der nicht vermittelt werden konnte, gehörte der Familie Sauer in Ahnatal 16 Jahre an.

Das Unternehmen Sauer bot früh weite Reisen an, war zum Beispiel das erste, das 1971 bis nach Marokko fuhr. Später folgten auch Island, das Nordkap oder Kreta als Ziele, wobei zum Teil kleine Reisegruppen sich mit Bruno Sauer hinterm Steuer auf den Weg machten ohne Zeit- und Termindruck. Hatte man an einem Ort genug gesehen und dank der Geschichtskenntnisse des Unternehmers genug erfahren, ging es weiter.

2002 gaben Bruno Sauer und seine Frau Raglind, die ebenfalls Busse der Firma steuerte, das Unternehmen auf. Der geliebte Oldtimer-Bus wurde verkauft, für einige Fahrten mit Stammgästen aber immer mal wieder ausgeliehen. Noch bis vor wenigen Jahren unternahm Bruno Sauer Kaffeefahrten mit einem Sprinter, zuletzt mit Pkw für treue Seniorinnen.

Geschichte war sein Hobby, er liebte seine Familie, nahm die Kinder oft in den Ferien mit im Bus. Bruno Sauer konnte eine Reisegruppe unterhalten, war aber kein Vereinsmensch, sondern eher ein Einzelgänger. Und sei es im Gespann mit seiner Frau, mit der er Flugreisen unternahm bis Neuseeland oder in die Mongolei. 2012 waren beide noch fünf Wochen mit einem Camper in Norwegen.

Bruno Sauer hinterlässt seine Ehefrau, drei erwachsene Kinder und drei Enkel. (mic)

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