Brustkrebsvorsorge: Schon 1000 Frauen ließen sich untersuchen

Röntgenbild: Im Screening-Zentrum werden die Aufnahmen ausgewertet. Spätestens sieben Tage später gibt es den Befund.

Baunatal. 1000 Frauen waren schon da, um ihre Brust röntgen zu lassen. Seit gut einem Monat steht das Mammobil - eine mobile Praxis zur Brustkrebsfrüherkennung - auf dem Europaplatz. Krebsfrüherkennung steigere die Heilungschancen enorm, weiß Dr. Claudia Schröder, Leiterin des Screening-Programms im Bereich Nordhessen.

„Wir werden immer älter und Krebs ist nun einmal eine Krankheit, die uns vornehmlich im Alter betrifft“, erklärt Schröder einen der Gründe für die weltweit steigenden Zahlen der Krebskranken, die neulich im Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht wurden. „6500 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren werden eingeladen, um ihre Brust im Mammobil röntgen zu lassen“, so Schröder. Einladungen werden an Anspruchsberechtigte in Baunatal, Schauenburg und Fuldabrück geschickt. „Wir haben bisher rund 2000 Frauen angeschrieben und etwa die Hälfte ist gekommen“, sagt die Leiterin des Programms. „Man kann davon ausgehen, dass etwa 4000 Frauen am Programm teilnehmen werden“, beruft sich Schröder auf Erfahrungswerte.

Warum viele kein Interesse an der Vorsorge haben, weiß Dr. Claudia Schröder. „Manche wollen keine Gewissheit, andere denken, dass sie bestimmt kein Krebs bekommen würden.“ Dabei seien die Heilungschancen bei der Früherkennung extrem hoch.

Frauen, die noch mit sich hadern, ob sie den Termin wahrnehmen sollen, versucht Schröder die Angst zu nehmen. Der große Lastkraftwagen sehe innen genau aus wie eine Arztpraxis.

Ein freundlich besetzter Empfang, ein Wartezimmer, modernste Geräte und radiologische Fachkräfte erwarten die Patientinnen. Alternativ könne man auch einen Termin im Screening-Zentrum in Kassel vereinbaren.

Die Kosten für die Untersuchung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Privat Versicherte sollten vorher besser Absprache halten, so Schröder. Etwa zehn Minuten dauere das Röntgen. „Man sollte aber etwa eine halbe Stunde einplanen, da auch ein Anamnesebogen ausgefüllt werden muss“, betont Schröder. Höchstens sieben Tage dauere es, bis die Patienten den Befund bekommen - oft gebe es auch schon am nächsten Tag Bescheid.

„Wenn Unregelmäßigkeiten erkannt wurden, werden die Frauen ins Screening-Zentrum nach Kassel eingeladen“, erklärt Schröder. Die Einladung bedeute aber nicht automatisch die Diagnose „Brustkrebs“. Narben oder Zysten seien häufige Gründe für Unebenheiten und die meisten Patientinnen gingen wieder erleichtert nach Hause.

Bis zum 25. März steht das Mammobil in Baunatal. Wer den vorgeschlagenen Termin ändern möchte, kann sich an die Zentrale Stelle Hessen unter 06 11 / 45 04 30 wenden.

Von Carolin Hartung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.