Lothar Rolwes stellte Buch vor

Buch über Kohlebergbau in der Söhre: „Glück auf“ am Stellberg

Pause im Stollen unter Tage: Das Bild zeigt die Bergleute Albert Brandau (von links), Herbert Bischoff, Justus Anacker, Hans Seidel, Herbert Klewe, Helmut Pfaff und Ludwig Polzert. Repro: Wohlgehagen

Söhrewald. Mehr als ein Jahr hat Lothar Rolwes für das Buch „Glück auf am Stellberg“ recherchiert, mit ehemaligen Bergleuten gesprochen und alle Erkenntnisse niedergeschrieben. Jetzt stellte der 71-jährige Autor seine Dokumentation über den Kohlebergbau in der Söhre vor.

Mit zahlreichen historischen Bildern, Plänen und Aufzeichnungen belegt die 90-seitige Dokumentation eindrucksvoll, wie sehr die Söhredörfer über mehrere Jahrhunderte von der Braunkohle geprägt wurden.

„Es wäre schade, wenn diese Zeit aus dem Bewusstsein der nächsten Generation verschwände“, sagte Lothar Rolwes im gut gefüllten Dorfgemeinschaftshaus. Er stellte sein Buch bei einer Veranstaltung des Geschichtskreises Söhrewald in Wellerode vor.

Der Autor berichtet in seinem Buch detailliert über die Braunkohlevorkommen am Stellberg sowie über Besitzverhältnisse und Förderleistungen auch der umliegenden Bergbauanlagen.

Das erste Kohleflöz sei vor etwa 220 Jahren bei der Basaltgewinnung am Ölberg freigelegt worden, sagte Rolwes, zwischen Wollrode und Wattenbach kurz nach 1800. Und weiter: Mitte des 19. Jahrhunderts habe die „Stellberger Braunkohlegewerkschaft“ auch in Richtung Wollrode und Hirschhagen gute Kohle gefunden, die größtenteils nach Thüringen verkauft, aber auch für Industrieunternehmen in Kassel bestimmt gewesen sei, so Rolwes.

Buchvorstellung: Lothar Rolwes (Mitte) signiert die Erstausgabe seines Buchs „Glück Auf am Stellberg“. Mit auf dem Bild sind Gerhard Werner (rechts) und Günter Heß vom Geschichtskreis Söhrewald. Foto: Wohlgehagen

Außer Abhandlungen über die Erschließung von Kohlevorkommen in neuerer Zeit („Carlsstollen“ am Hambuehlskopf, Stollenbetrieb „Tiefenrod“ etc.) erfährt der Leser in dem Buch vieles über Fördertechniken, die Absicherung von Strecken durch Türstöcke sowie über Ketten- und Seilbahnen, die für den Untertage-Transport und auch oberirdisch eingesetzt wurden. Die längste Seilbahn führte über 3,5 Kilometer von Wollrode nach Guxhagen, eine andere zumBahnhof Wellerode-Wald. Relikte davon sind heute noch zu sehen.

Die Archivalien wurden von Albert Werner und Thomas Blumenstein bearbeitet. Günter Heß stellte die Pläne und Bilder zur Verfügung, als Experte im Braunkohlebergbau wirkte Horst Schönhut mit.

Franz Marquet berichtet in dem Buch über den Wattenbacher Knappenverein, der 1901 nach einem tragischen Unglücksfall von Bergleuten gegründet wurde.

Dr. Volker Weißkopf berichtete über den Einsatz der Bürgerinitiative, die sich in den 1980er-Jahren mit Erfolg gegen die Wiederaufnahme des Kohlebergbaus am Stellberg und in Wellerode zur Wehr setzte.

Der Vorsitzende des Geschichtskreises, Gerhard Werner, dankte Lothar Rolwes und allen Mitwirkenden für die umfangreiche Arbeit an der „gerade für die jüngere Generation so wichtigen Dokumentation“. Bürgermeister Michael Steisel unterstrich die langjährige wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaus für die Region. Ohne die Frachtaufträge von der Kohle hätte es keine Söhre-Bahn gegeben, sagte der Bürgermeister.

Infos zum Buch:

Dokumentation „Glückauf am Stellberg“, Herausgeber: Geschichtskreis Söhrewald, Autor: Lothar Rolwes, 90 Seiten, 17 Euro; erhältlich bei Edeka-Neukauf in Wellerode, im Söhrewalder Rathaus, im Blumengeschäft Bathen-Herwig, im Gasthaus „Zum Söhrewald“ in Wattenbach und im Wirtshaus „Zum Grünen See“ in Eiterhagen.

Kohlebergbau in der Söhre

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