Mehr Windräder im Kaufunger Wald: Bürger befürchten eine „Rotorensteppe“

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Eingekreist von Windrädern: Werden die Pläne umgesetzt, würden bei Helsa 14 Windräder errichtet – neun im Stiftswald, fünf auf dem Rohrberg. Die Computerillustration zeigt den Blick von St. Ottilien auf den Helsaer Ortsteil Eschenstruth.

Helsa. Die Helsaer Bürgerinitiative „Lebenswertes Helsa" hat ein massives Vorgehen gegen die Pläne der Städtischen Werke Kassel angekündigt, im Kaufunger Wald weitere Windräder zu errichten.

In einem offenen Brief werden die Kasseler Stadtverordneten, die am Montag über das 88 Millionen Euro schwere Projekt entscheiden, aufgefordert, nicht zuzustimmen.

Das Kasseler Versorgungsunternehmen will rund um Helsa 14 je 196 Meter hohe Windkraftanlagen errichten (neun im Stiftswald, fünf auf dem Rohrberg). Dies werde man mit allen rechtlichen Mitteln zu verhindern suchen, sagte BI-Sprecher Ralf Schwendt der HNA. „Wir werden alle legalen Wege beschreiten, um diese Planungen zu verzögern und so teuer wie nur irgend möglich zu machen“, so der Sprecher.

Ralf Schwendt

Nicht nur die betroffenen Gemeinden Helsa, Lohfelden und Kaufungen würden unter den riesigen Anlagen zu leiden haben, so Schwendt weiter, sondern auch die Kasseler Bürger. Wenn alle Pläne verwirklicht werden, würden sie nicht mehr auf die nordhessische Naturlandschaft der Söhre und des Kaufunger Walds blicken, sondern auf „eine Rotorensteppe mit 50 Windkraftanlagen“.

Die Helsaer Initiative mit 130 Mitgliedern befürchtet durch den massiven Ausbau der Windenergie eine „visuelle Verschmutzung“ der Landschaft, gesundheitliche Beeinträchtigungen der Anwohner, den Verfall der Immobilienwerte, die Beschleunigung des demografischen Wandels und das Aus für den Tourismus. Auch die Tierwelt - vor allem Schwarzstörche und Rotmilane - würde empfindlich gestört.

Die Windkraft sei „eine Zufallsenergie“, auf die man keine Energieversorgung aufbauen könne, so der BI-Sprecher. Es gehe den Städtischen Werken offensichtlich vor allem um finanzielle Interessen. Betreiber, Standortgeber und Anlagenhersteller seien die Profiteure, die Stromkunden die Verlierer. (hog)

Weitere Informationen gibt es hier.

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