Testergebnis: Fahrzeuge in Wattenbach sind zu schnell – Weitere Geschwindigkeitsmessung ist geplant

Bürger fordern Tempo 30 für Lkw

Lange Gefällstrecke: Bis zu neun Prozent beträgt das Gefälle auf der Ortsdurchfahrt von Wattenbach. Gefahrguttransporter dürfen hier nur Tempo 30 fahren. Anwohner fordern, die Höchstgeschwindigkeit für alle Lkw auf 30 km/h zu begrenzen. Fotos: Schindler

Söhrewald. Lang und teilweise steil bergab führt die Welleröder Straße hinunter nach Wattenbach. Da verwundert es nicht, dass viele Lkw- und Autofahrer zu schnell ins Dorf fahren. Das soll sich nun ändern, die Frage ist nur: wie?

Geschwindigkeitsmessungen am Ortsschild Söhrewald-Wattenbach hatten ergeben, dass die Fahrzeuge hier im Durchschnitt mit 60 bis 70 km/h unterwegs sind.

Bei einer Verkehrsschau Anfang Juni, an der neben der Polizei auch Vertreter der Straßenverkehrsbehörde und der Gemeindeverwaltung teilnahmen, wurde eine weitere Messung für Ende August vereinbart. Sie soll diesmal 100 Meter nach der Ortstafel vorgenommen werden.

Doch den Anwohnern ist die Einhaltung von Tempo 50 im Ortsgebiet nicht genug. Sie fordern seit Langem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Begründung: Der Schwerlastverkehr habe stark zugenommen, das Risiko schwerer Unfälle auf der bis zu neun Prozent steilen Gefällstrecke mitten im Dorf sei gewachsen. Auch die Lärmbelastung für die Anwohner sei stark angestiegen.

Beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Kassel ist man skeptisch, ob ein Tempolimit die gewünschte Lärmentlastung bringen würde. Die Rollgeräusche seien zwar geringer, die Motorengeräusche aber nicht. Insgesamt sei die Lärmminderung nicht wahrnehmbar, so die Erfahrung des ASV.

„Die Landesregierung geht davon aus, dass die Voraussetzungen für Tempo 30 nicht gegeben sind“, sagt Bürgermeister Michael Steisel (SPD). Trotzdem wolle man dranbleiben. „Wir möchten alle Maßnahmen ergreifen, die unsere Bürger entlasten“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Schilder könne die Gemeinde nicht aufstellen, schon weil es sich um eine Landesstraße handelt. Er habe aber mit einem örtlichen Fuhrunternehmer ebenso wie mit der Basalt AG über das Problem gesprochen. Ergebnis: Die Lkw-Fahrer seien von den Unternehmen darauf hingewiesen worden, rücksichtsvoll zu fahren. Wenn das nicht der Fall sei, könnten die Bürger die Nummernschilder von Lkw an die Unternehmen melden, die Fahrer müssten dann Rechenschaft ablegen. Die Basalt AG hat der Gemeinde mehrere Tempoanzeigegeräte gestiftet, eines davon steht mitten in Wattenbach an der Welleröder Straße.

Ob zur Reduzierung der Geschwindigkeit bereits am Ortseingang bauliche Maßnahmen ergriffen werden, wird frühestens nach Auswertung der neuen Messungen im Herbst feststehen. HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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