200 Meter hohe Rotoren bei Helsa

Bürger gegen Windkraftwerke

Windpark im Grünen: So in etwa werden die Anwohner des Rösenwegs in Wickenrode die Windräder sehen. Unser Bild ist eine Visualisierung des geplanten Windparks „Drei Berge“ bei Wickenrode. Auf dem Hirschberg, dem Buchberg und dem Rohrberg sollen insgesamt bis zu zwölf Windräder errichtet werden. Montage: Städtische Werke / nh

Helsa. Gegen die geplanten Windparks in den Wäldern rund um Helsa regt sich Widerstand. Die Interessengemeinschaft „Lebenswerte Gemeinde Helsa“ will die bis zu 200 Meter hohen Windräder bei Wickenrode, Helsa, Eschenstruth und St. Ottilien verhindern.

„Hier soll alles mit Windrädern zugepflastert werden“, sagte Ralf Schwendt als Sprecher der Initiative der HNA. Die Menschen seien nur einseitig, von Betreiberseite, informiert worden.

Um dies zu ändern, lädt die Interessengemeinschaft zu einer Infoveranstaltung am Donnerstag, 16. Mai, (19.30 Uhr im Gasthaus „Zum Goldenen Adler“ in Wickenrode) ein. Dort soll über befürchtete Einschränkungen und Belastungen für die Einwohner informiert werden. Außerdem werden die Bürger aufgerufen, Einspruch gegen die ausgewiesenen Windstandorte zu erheben. Dies ist bis zum 27. Mai beim Regierungspräsidium Kassel möglich. Bei dem Info-Abend soll auch Hilfestellung bei der Formulierung von Einsprüchen gegeben werden.

Man sei nicht generell gegen die Energiewende, sagte Schwendt, aber die ortsnahe Platzierung der Riesenrotoren lehnt der 42-jährige Dipl.-Forstingenieur und selbstständige Holzhändler ab.

Seine Argumente sind vielfältig. Profitieren würden nur die Investoren (durch EEG-Umlage) und die Grundbesitzer (durch hohe Pachterträge). Die Leidtragenden seien die Einwohner der Orte. So würden etwa die Wickenröder im Winter, wenn die Sonne tief steht, unter dem Schattenwurf der Rotoren auf dem Hirschberg, Buchberg und Rohrberg leiden – Gesundheitsstörungen könnten die Folge sein. Bei Häusern und Grundstücken sei ein Wertverlust von bis zu 30 Prozent zu befürchten, sagt Schwendt.

Auch der Tourismus werde empfindlich getroffen. „Unser Kapital ist unsere Landschaft“, sagt der Wickenröder. 200 Meter hohe Stahlkolosse auf den Bergkuppen würden etwa Wanderer auf dem Grimmsteig abschrecken.

Außerdem bezweifeln die Gegner, dass die Standorte bei Helsa überhaupt genügend Wind liefern, um wirtschaftlich Strom zu erzeugen. Die Städtischen Werke als mögliche Betreiber weisen dies zurück. Man gehe von bis zu 3000 Volllaststunden der Anlagen aus, teilte Werke-Sprecher Ingo Pijanka auf Anfrage mit. Man werde nur bauen, „wenn wir die Wirtschaftlichkeit nachweisen können“, so Pijanka weiter. Dazu werde man den Windmessmast, der zurzeit am Warpel in der Söhre steht, bei Helsa aufbauen. Dass die Städtischen Werke seriös planen, habe man schon in der Vergangenheit bewiesen. So habe man den Standort Windhausen nach schlechten Messergebnissen aufgegeben. Foto: Schindler

Weitere Infos im Internet:

www.gemeinde-helsa.de (Windenergie in Helsa; dort Fotocollagen mit Windrädern)

www.vernunftkraft.de/hirschberg

www.rp-kassel.hessen.de (Naturschutz und Windkraft)

Von Holger Schindler

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