Hessen-Forst will 200 Jahre alten Baum fällen – Begründung: Sicherheit von Wanderern ist gefährdet

Bürger kämpfen für alte Eiche

Bürgerprotest in Dörnhagen: Ingeborg Fröde (von links), Andreas Benn, Ralf Fröde, Hans-Wolfgang Köhler und Raymund Brunner wollen verhindern, dass die 200 Jahre alte Eiche (Bildmitte hinten) gefällt wird. Fotos: Wohlgehagen

Fuldabrück. Aufregung in Dörnhagen: Nach der beunruhigenden Einbruchserie in den vergangenen Monaten sorgen sich die Anwohner im Wohngebiet Schöne Aussicht / Am Schorn jetzt um eine schön gewachsene Eiche am Ortsrand. Hessen-Forst will den mehr als 200 Jahre alten Baum aus Sicherheitsgründen fällen lassen.

Eine Interessengruppe, der auch führende Vertreter der Nabu-Arbeitsgruppe aus Fuldabrück angehören, will verhindern, dass der auf dem Terrain der Nachbargemeinde Söhrewald stehende Baum „ohne triftigen Grund umgelegt wird“. Die Eiche habe im Sturm zwar einige Äste verloren, sei im Grunde aber kerngesund, hieß es. „Eigentlich müsste sie zum Naturdenkmal ernannt werden.“ Der leicht schiefe, aber noch standfeste Baum sei ein Wahrzeichen und Wegweiser der Dorfgeschichte in Dörnhagen, sagte der Initiator des Bürgerprotestes, Raymund Brunner.

Protestversammlung

Die Gegner der vom Forstamt Melsungen erwogenen Fällung trafen sich jetzt zu einer Protestversammlung unter der Eiche: „So ein Baum wird nicht einfach gefällt, der ist etwas Besonderes“, sagte Nabu-Sprecher Hans-Wolfgang Köhler, der sich bei den Naturschutzbehörden für die Einstufung als Naturdenkmal starkmachen will. An Geldmangel dürfe eine solche Klassifizierung nicht scheitern, sagte Köhler.

Forstamtsleiter Jan Stetter (Melsungen) warb um Verständnis für die angekündigte Entscheidung. „Die Eiche ist zweifellos ein schöner Baum“, sagte Stetter der HNA. Sie sei aber am Fuße eines ausgewiesenen Wanderweges als gefährlich einzustufen, weil jederzeit ein Ast aus der Krone brechen könne.

Die Anwohner sehen das anders: Man könne überkragende Äste herunternehmen, um dadurch eine Gefährdung von Personen auszuschließen, sagten sie. Der in der Krone immer noch schön gewachsene Baum liege am Kassel-Steig und am Märchenland-Wanderweg. Er sei für das Umfeld charakteristisch und habe ganze Generationen überlebt. Niemand sei bisher zu Schaden gekommen, hieß es.

Gemeinde hilft nicht

Von der Gemeinde Fuldabrück können die Dörnhagener keine entscheidende Hilfestellung erwarten: Obwohl sich der Standort am Ortsrand von Dörnhagen befindet, stehe der Baum eindeutig nicht auf Gebiet der Gemeinde, sagte Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) der HNA. Sein Söhrewalder Amtskollege Michael Steisel (SPD) vertraut auf den verantwortungsvollen Umgang der Forstverwaltung mit solchen für die Sicherheit von Menschen wichtigen Fällen. Für eine detaillierte Stellungnahme fehle ihm noch der Hintergrund, sagte Steisel unserer Zeitung. DAS SAGT . . .

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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