Zweites Gutachten: Kein Asbest

Bürgerhaus Obervellmar: Abriss und Neubau verzögern sich

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Die Vergangenheit: Das alte Bürgerhaus Obervellmar wird abgerissen.

Vellmar. Eigentlich schien alles klar. Bei Raumluftmessungen und in Staubproben wurden von Schadstoffexperten im Bürgerhaus Obervellmar im August 2011 an verschiedenen Punkten Asbestbelastungen entdeckt, die über den empfohlenen Grenzwerten lagen.

Das Bürgerhaus wurde sofort geschlossen. Die Stadtverordneten beschlossen daraufhin im Juni 2012 Abriss und Neubau.

Jetzt gab es für die Stadt eine faustdicke Überraschung: Ein zweites Gutachten vom Mai dieses Jahres, das für das Schadstoffkataster bei Abriss vorgeschrieben ist, kam zu dem Ergebnis: Es gibt gar keinen Asbest. Das bestätigte gestern Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla, der ebenso überrascht war: „Das Ergebnis des ersten Gutachtens war in seiner Eindeutigkeit nicht anzuzweifeln“, betonte der Verwaltungschef.

Gemessen wurde für das zweite Gutachten an den gleichen Punkten wie beim ersten. Man habe versucht, möglichst identische Bedingungen zu schaffen, erläuterte der Bürgermeister. Nur: Das beauftragte Unternehmen war ein anderes als im Mai 2011. Jetzt muss geklärt werden, welcher der zwei Befunde der richtige ist.

Denn danach richtet sich die Art der Entsorgung beim Abriss und damit auch die Höhe der Kosten dafür. Fest steht daher schon jetzt: Der Abriss, der für Juni / Juli dieses Jahres geplant war, wird sich ebenso verzögern wie die Fertigstellung des Neubaus, die für Ende 2014 terminiert war. In welchem Zeitrahmen sich die Verzögerungen bewegen, ist noch unklar.

Im Juni vergangenen Jahres hatten sich die Stadtverordneten mit großer Mehrheit gegen eine Sanierung (kalkulierte Kosten: 4,47 Millionen Euro) und für den kostengünstigeren Neubau (4,35 Millionen Euro) ausgesprochen, bei dem auch die Folgekosten niedriger liegen - 263.000 Euro jährlich gegenüber 328.000 Euro im Falle der Sanierung.

Die Zukunft: Gegliedert in drei Baukörper mit großzügig verglasten Außenflächen - so präsentiert sich der Entwurf des Kasseler Architekturbüros Atelier 30 für das neue Bürgerhaus aus Blickrichtung Holländische Straße.

Für Stochla hat daher die Asbest-Entwarnung keine Auswirkungen auf die Neubaupläne. Denn die Entscheidungsgrundlage dafür sei die „Zukunftsfähigkeit des Hauses“ gewesen. Man könne jetzt nicht „einfach durchwischen und sagen, das war’s“. Eine „ehrliche Komplettsanierung“ sei nach wie vor teurer als ein Neubau.

Eine Auswirkung wird der neue Befund jedoch auf die ebenfalls belastete und geschlossene Kulturhalle Niedervellmar haben: Die wird jetzt ebenfalls noch einmal auf Schadstoffe untersucht.

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