Gemeinde stellt Zeitplan für Saalerneuerung auf – Räume sind noch bis zum Jahresende nutzbar

Bürgerhaus wird 2012 saniert

Vor der Sanierung: Der 50 Jahre alte Bürgerhaussaal ist seit langem baulich und technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Das Foto entstand im Sommer vergangenen Jahres. Archivfoto:  Stier

Kaufungen. Vor zwei Wochen stellte das Kaufunger Gemeindeparlament mit den Stimmen von CDU, Grünen und der SPD-Abgeordneten Antje Rumpf die Weichen für die Sanierung des Bürgerhaussaals. Kurz darauf sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD) zu, die Entscheidung zügig umzusetzen.

Was aber bedeutet das in der Praxis? Im Kaufunger Rathaus liegt bereits ein grober Zeitplan für die Umsetzung der Entscheidung vor. Danach steht fest: In diesem Jahr wird noch nicht saniert.

Bestmöglich unterstützen

Wie die Verwaltung auf HNA-Anfrage mitteilte, wird das Bauamt in dieser Woche einen Arbeitsplan erstellen. Darin soll auch stehen, ab welchem Zeitpunkt im Jahr 2012 der Bürgerhaussaal nicht mehr genutzt werden kann. Damit will die Gemeinde gewährleisten, dass sich die Nutzer des aus den frühen 1960er-Jahren stammenden Komplexes rechtzeitig auf die Bauphase und die damit verbundenen Änderungen einstellen können.

„Die Verwaltung will die Vereine bestmöglich unterstützen“, sagt Bürgermeister Roß. Für die regelmäßigen Nutzer des Saales wolle man „Ausweichmöglichkeiten bereitstellen“. Bis zum Jahresende kann der Bürgerhaussaal laut Roß in jedem Fall genutzt werden. „Alle Saalbuchungen bleiben bestehen.“ Die Kosten für die Sanierung, das sieht der Parlamentsbeschluss vor, sind auf 1,8 Millionen Euro begrenzt.

Ob diese Summe jedoch ausreichen wird, ist umstritten, zumal die Bausubstanz bislang nicht eingehend untersucht wurde.

Selbst die CDU und die Grünen als Befürworter räumen ein, dass es Unwägbarkeiten gibt. Reinhold Liphardt von der Grünen Linken Liste sprach gar von „Schönrechnerei“ und warf vergangene Woche aus Protest als Fraktionschef und Gemeindevertreter das Handtuch.

Für Erstaunen und Unverständnis sorgt unterdessen bei manchen Kaufungern die gegen die Stimmen der CDU getroffene Entscheidung des Parlaments, sich trotz der Sanierung des Bürgerhaussaals mit 120 000 Euro an der neuen Aula der Integrierten Gesamtschule zu beteiligen.

Roß: „Glücksfall“

Im Internet auf HNA online ist unter anderem von einem „Schildbürgerstreich“ die Rede. Bürgermeister Roß spricht dagegen von einem „Glücksfall“. Beim Landkreis Kassel, der die Schule baut, verweist man auf vergleichbare Kooperationen zwischen Gemeinden und Schulen. Als Beispiel nennt Pressesprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage die gemeinsame Bibliothek an der Söhreschule in Lohfelden.

Die 120 000 Euro von der Gemeinde sind für Veranstaltungstechnik und bauliche Lösungen bestimmt, die über die Bedürfnisse der Schule hinausgehen.

Von Peter Ketteritzsch

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