Architekt Joachim Döring stellte Konzept für Sanierung vor – Kaufunger äußerten Bedenken und Anregungen

Das Bürgerhaus wird entkernt

Sanierungsbedürftig: Architekt Joachim Döring zeigt auf die Saal-Fensterfront des Bürgerhauses, die auch aus energetischen Gründen komplett erneuert wird. Fotos: Wohlgehagen

Kaufungen. Die Sanierung des Bürgerhauses war das beherrschende Thema bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Kaufungen. Am Ort des Bauvorhabens stellte Architekt Joachim Döring vor 40 Bürgern und Kommunalpolitikern seine Pläne für die Modernisierung und energetische Sanierung des Gebäudekomplexes vor.

„Wir werden alles zum Rohbau machen“, sagte Joachim Döring. Im großen Bürgerhaussaal werden die Wände, Fenster und Decken abgebaut und grundlegend erneuert. Die Fenster werden dreifach verglast, das Dach und die gemauerten Fassaden mit bis zu 20 Zentimeter Dämmung eingepackt. „Im Saal bleibt eigentlich nur der Fußboden“, sagte der Kaufunger Architekt.

Joachim Döring bezifferte die Baukosten mit dem neuen Gesellschaftsraum und den Umbauten in der Gastronomie auf 2,4 Millionen Euro. Zu dieser Summe müsse man jedoch die noch nicht feststehenden Kosten für Inventar, Bühnentechnik und Beleuchtung hinzurechnen.

Wie hoch das Bestandsrisiko sei, wollte der frühere Gemeindevertreter Reinhold Liphardt (GLLK) wissen. Die Gemeinde Kaufungen müsse vor Überraschungen im Kostenbereich, wie es sie bei der Sanierung des Bürgerhauses in Lohfelden gegeben habe, geschützt werden. Er halte das Risiko für „nicht sehr groß“, antwortete Döring.

Die Musikerin Kerstin Röhn kritisierte die nach ihrer Auffassung unzureichende Abdunkelungsmöglichkeit des Saals. „Eine komplette Verdunkelung ist machbar, die Mehrkosten von 20 000 Euro müssen aber bezahlt werden“, sagte der Architekt.

Bedenken von Reinhard Zymzak (Kindertheater) zur Bühnenanfahrt und von Horst Zindel über asbesthaltige und daher gefährliche Baustoffe konnte der Planer zerstreuen. Ob das Saal-Dach Fotovoltaik-anlagen aufnehmen kann, müsse der Statiker noch prüfen.

Auch andere Themen kamen zur Sprache. Wie die Gemeinde über Energie-Gemeindewerke oder Hilfestellungen bei der Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft denke, das wollte Christoph Rombach wissen. Außer der CDU, die zunächst Erfahrungen bei anderen Gemeinden abfragen möchte, reagierten die Sprecher der Fraktionen auf die Frage nach dem eigenen wirtschaftlichen Engagement der Gemeinde uneingeschränkt positiv.

Die Verwaltung werde bei der Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft „mit Rat und Tat“ helfen, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD). Energie-Gemeindewerke mit einem strategischen Partner seien jedoch eher das langfristige Ziel, sagte der Verwaltungschef. Weitere Themen der Bürgerversammlung waren unter anderen die Errichtung eines Spielplatzes für Erwachsene und die Wiedereinführung einer Kurzparkzone in der Leipziger Straße. (ppw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.