Martin Hühne will für die SPD das Spitzenamt im Schauenburger Rathaus zurückerobern

Bürgermeister ohne Denkmal

Von Grün zu Rot: Martin Hühne tritt als SPD-Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Schauenburg an. Foto: Kühling

Schauenburg. „Man ist nicht betriebsblind, wenn man von außen kommt.“ Martin Hühne, Kandidat der Schauenburger SPD für die Bürgermeisterwahl am 27. März, nennt einen Punkt, der für ihn als möglicher neuer Bürgermeister sprechen soll: Er kommt nicht direkt aus Schauenburg, sondern als Baunataler eben nur aus der Nachbarschaft. Völlig unvoreingenommen – auch bei Unstimmigkeiten zwischen Ober- und Unterdorf – könne er sich den Themen in den fünf Ortsteilen widmen, sagt der 41-Jährige.

Ein Thema wäre für Hühne ein Leitbild, ein Motto für die Gemeinde zu entwickeln. So müsse man die Stärken der Ortsteile herausarbeiten, erklärt der Diplom-Ökonom. Das könnte für Breitenbach die Kultur sein, für Martinhagen die Naherholung, und Elgershausen könnte der Mittelpunkt für viele Einrichtungen werden. Das Leitbild soll den Menschen vermitteln, „dass Schauenburg lebenswert ist“. Und: „Wohngemeinde ist kein negativer Slogan.“

Martin Hühne ist sich bewusst, dass sich die Gemeinde finanziell keine großen Sprünge leisten kann. „Ich trete nicht an, um mir als Bürgermeister ein Denkmal zu setzen“, sagt er. Bei seiner Politik gehe es nicht um Beton, sondern eher um Strukturen. Der Sozialdemokrat, der bis vor einem Jahr den Grünen im Kreis angehörte, könnte sich einen Bürgerbus vorstellen, damit die Menschen leichter von Ortsteil zu Ortsteil kommen. Auch eine Ehrenamtsbörse schlägt der Kandidat vor. In den Gesprächen mit den Bürgern habe sich herausgestellt, dass viele Leute bereit seien, ihre Fähigkeiten auf ehrenamtlicher Basis für die Gemeinde einzusetzen. „Das muss man kanalisieren.“

Hühne hat aber auch Ideen, den Haushalt zu entlasten. So könnten die Schauenburger einige Teilbereiche, etwa den Bürgerbus und Dorfläden, über ein Genossenschaftssystem organisieren. „Kultureinrichtungen könnten über ein Stiftungswesen finanziert werden.“ Sparen werde die Verwaltung, wenn es nur eine Bücherei gebe, die dann aber die ganze Woche geöffnet sei.

„Immer präsent“

Nach dem Zwist innerhalb der SPD bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren tritt der Baunataler kein leichtes Erbe an. Er werde bei den Gesprächen mit den Bürgern nach wie vor auf die Querelen mit zwei Kandidaten der Sozialdemokraten 2005 angesprochen. „Die Geschichte ist immer präsent“, sagt er. Es gehe ihm darum, sich diesmal genau von allen anderen abzugrenzen – ganz besonders von der Offensive. „Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.“

Martin Hühne, ein lockerer Typ, oft mit einem Lächeln im Gesicht, nimmt den Wahlkampf sehr ernst. Seit dem 17. Februar habe er sich Urlaub dafür genommen, sagt er. „Ich habe seitdem schon mit vielen Leuten gesprochen.“ ARTIKEL OBEN, UNTEN

Von Sven Kühling

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