Wahlbeteiligung lag bei 42,7 Prozent

Bürgermeisterwahl in Ahnatal: Michael Aufenanger mit 81,5 wiedergewählt

Zufrieden: Bürgermeister Michael Aufenanger (Mitte) mit Ehefrau Sarah (von links) und den Kindern Elisa, Paula und Charlotte, Hartmut Kriegisch (CDU) vom Gemeindevorstand, es gratuliert Parlamentsvorsitzender Gerhard Rübenkönig (SPD).

Ahnatal. Richtige Spannung wollte am Sonntagabend im Ahnataler Rathaus nicht aufkommen. Zur Schließung der Wahllokale um 18 Uhr herrschte gähnende Leere im Sitzungssaal, in dem die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl präsentiert werden sollten.

Michael Aufenanger (CDU), einziger Kandidat um den Posten des Verwaltungschefs, kommt als Erster mit seiner Familie und nimmt es mit Humor. "Das ist ja ein großer Kreis", stellt er angesichts des leeren Saales fest.

Als das erste Ergebnis gegen 18.21 Uhr an die Wand projiziert wird, sind wenige Personen hinzugekommen, am Ende registriert ein gutes Dutzend Besucher das vorläufige Endergebnis, die Mehrzahl sind Anhänger des Christdemokraten.

Insgeheim hatte Michael Aufenanger mit 85 Prozent Zuspruch geliebäugelt. Am Ende aber zeigt er sich mit 81,5 Prozent Ja-Stimmen zufrieden. "Alles über 80 Prozent ist in Ahnatal ein gutes Ergebnis", betont er. Es sei schwierig gewesen, im Vorfeld die Stimmung im Ort einzuschätzen, "wenn die SPD ohne einen eigenen Kandidaten aktiv Wahlkampf gegen mich macht", sagt Aufenanger. Die Sozialdemokraten hatten in den Tagen vor der Wahl in Anzeigen eine "kritische Bilanz" von sechs Jahren Aufenanger gezogen.

Auch mit der Wahlbeteiligung ist der wiedergewählte Bürgermeister zufrieden. Denn vielen Menschen sei die Systematik des Urnengangs mit nur einem Kandidaten nicht bekannt. Die meinten, "der wird es ja sowieso" und hätten daher ihre Stimme nicht abgegeben.

Die Wahlbeteiligung liege im allgemeinen Trend, meint Gerhard Rübenkönig (SPD). Der Vorsitzende der Gemeindevertretung ist einer der ersten Gratulanten Aufenangers. Allerdings wäre die Beteiligung sicher höher gewesen, "wenn die Bürger eine Wahl gehabt hätten". Daher sein Appell als Vorsitzender des Parlamentes an die Fraktionen, "mehr Kandidaten aufzustellen".

Das Wahlergebnis von Michael Aufenanger erfülle die CDU-Fraktion "mit großer Freude", sagt deren Chef Rüdiger Reedwisch. Dies zeige, dass der Bürgermeister in der Gemeinde tief verwurzelt sei und "seine Arbeit in den sechs Jahren geschätzt wird". Daher hoffe er, dass die anderen Fraktionen, gemeint sind SPD und Grüne, künftig stärker mit dem Bürgermeister und der CDU "zum Wohle der Gemeinde" zusammenarbeiten.

Die SPD-Fraktion sei die letzte, die sich einer Zusammenarbeit verschließe, entgegnet deren Vorsitzende Iris Schmidt. Jeder versuche, aus seiner Sicht das Beste für Ahnatal zu erreichen. Was dies sei, da sei man im Parlament aber nicht immer einer Meinung.

Michael Aufenanger könne sie zur Wiederwahl nur gratulieren, meint Schmidt. Allerdings seien 18,5 Prozent der Wähler, die mit Nein stimmten, nicht zufrieden mit dem Bürgermeister. Ob dies ein von der SPD auch nach den Anzeigen erwarteter Denkzettel sei, das müsse jeder selber entscheiden, sagt Sozialdemokratin Iris Schmidt.

Von Michael Schräer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.