Bürgermeisterwahl Espenau

HNA-Lesertreff: Kaum Unterschiede zwischen den Kandidaten

Wollten die Kandidaten kennenlernen: Rund 250 Espenauer kamen gestern Abend zum Lesertreff in den Saal des Bürger-Ecks in Mönchehof. Fotos: Schachtschneider

Espenau. Der Zwischenruf war nicht ernst gemeint, doch fasste er das Ergebnis der Diskussion durchaus treffend zusammen. „Einfach beide wählen!“, empfahl gestern Abend einer der 250 Besucher im voll besetzten Bürger-Eck in Mönchehof den Espenauern und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

Die Wähler in der 4900-Einwohner-Gemeinde, das wurde beim HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl klar, haben am 22. September nicht die ganz große Qual der Wahl. Denn Carsten Strzoda (40), parteiloser Bewerber aus Espenau, und sein Kontrahent, der SPD-Mann Marko Haselböck (36) aus Lohfelden, unterscheiden sich nur in Nuancen voneinander.

Wo soll investiert werden? Auf diese Frage der HNA-Redakteure Michael Schräer und Stefan Wewetzer nannten die Bewerber (beide in anthrazitfarbenen Anzügen mit blauen Hemden und ebensolchen Krawatten) die Espe-Aue. Dort wollen beide ein kleines Naherholungsgebiet anlegen.

Entlassungen in der Verwaltung? Sie kommen für beide nicht infrage. Wohl aber wollen Strzoda und Haselböck prüfen, ob über die natürliche Fluktuation Personal im Espenauer Rathaus eingespart werden kann. Auch der interkommunalen Zusammenarbeit wollen sich die Bewerber angesichts eines Schuldenbergs von 7,7 Millionen Euro nicht verschließen.

Für Strzoda, Hauptamtsleiter der Stadt Grebenstein, machen Kooperationen aber nur Sinn, „wenn sie auch betriebswirtschaftlich funktionieren“. Für SPD-Mann Haselböck, als Ordnungsamtsleiter von Lohfelden ebenfalls firm in Verwaltungsdingen, gibt es zahlreiche Optionen: Standes- und Ordnungsamt nannte er als Beispiele. Vorausgesetzt, es bringt „Vorteile für Espenau“.

In Sachen Wirtschaftsförderung setzen beide Bewerber auf Gewerbeschauen, bei denen die örtlichen Betriebe ihr Angebot präsentieren können. Strzoda denkt darüber hinaus an ein Gutscheinsystem („Espetaler“), von dem die heimischen Betriebe profitieren sollen, Haselböck regt jährlich stattfindende Wirtschaftsstammtische an. Unter den Augen des scheidenden Bürgermeisters Michael Wielert (SPD) zeigten sich beide potenziellen Nachfolger überzeugt, für sich Mehrheiten im Gemeindeparlament organisieren zu können. Ein gravierender Unterschied zwischen den beiden trat dann aber doch noch zutage - als sie gefragt wurden, was sie in das berüchtigte RTL-Dschungelcamp mitnehmen würden. Haselböck hätte Duschgel im Gepäck, Strzoda die Rückfahrkarte. ARTIKEL UNTEN

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