Geringe Beteiligung bei Bürgermeisterwahlen nicht ungewöhnlich – Bestes Ergebnis für Siebert in Heiligenrode

Bürgermeisterwahl in Niestetal: Wahlmüde bei nur einem Kandidaten

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Wichtigstes Projekt in der ersten Amtszeit: Das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg ermöglicht die Erweiterung von SMA. Das Foto zeigt das neue Servicecenter.

Niestetal. Nur ein Kandidat - ein wenig umstrittener - die Gewissheit, dass Andreas Siebert in jedem Fall als Bürgermeister bestätigt wird, und Dauerregen am Sonntag: Bei der Wahlparty im Niestetaler Rathaus war das die Kombination von Gründen, die als Erklärung für die extrem niedrige Wahlbeteiligung herhalten musste.

Lediglich 31,2 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Von 8545 Niestetalern, die hätten wählen dürfen, machten lediglich 2662 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Zieht man die 31 ungültigen Stimmen ab und jene 188 Wähler, die mit Nein stimmten, wurde der Sozialdemokrat Siebert mit 2443 Stimmen gewählt. Die überwältigende Mehrheit derjenigen, die wählen gingen, waren Siebert-Anhänger: Der 42-Jährige kann sich über 92,9 Prozent Ja-Stimmen freuen.

Das beste Ergebnis fuhr der seit Oktober 2006 amtierende Verwaltungschef mit 94,3 Prozent im Wahlbezirk 6 (Heiligenrode) ein. Am schlechtesten schnitt Siebert im Wahlbezirk 3 in Sandershausen (91,2 Prozent) ab.

Ganz oben auf der Prioritätenliste für die zweite Amtszeit steht laut Siebert das geplante Hallenbad zwischen dem Rathaus und der Autobahn 7. „Hier sind noch viele Fragen zu klären, insbesondere die Höhe der laufenden Betriebskosten“, sagte er gestern gegenüber der HNA. Als weitere wichtige Vorhaben nannte Siebert die Sanierung der Mehrzweckhalle sowie das Baugebiet Am Eichberg in Heiligenrode, „um die akute Nachfrage nach Bauland befriedigen zu können“. Außerdem strebe er an, die ersten Punkte des Verkehrsentwicklungsplans umzusetzen.

Die Wahlbeteiligung am Sonntag in Niestetal erscheint zwar außergewöhnlich niedrig, liegt aber durchaus im Trend: Immer dann, wenn es nur einen Kandidaten gibt, lassen sich die Wähler nur schwer an die Urne locken. Beispiel Lohfelden: Bei der Wiederwahl von Bürgermeister Michael Reuter (SPD) Anfang 2010 gaben nur 34,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Und auch im dörflichen Söhrewald herrschte bei der Wiederwahl von Michael Steisel (SPD) vor zwei Jahren durchaus Wahlmüdigkeit: Die Beteiligung lag nur bei 44,2 Prozent.

Besser läuft es dagegen für Einzelbewerber, wenn die Bürgermeisterwahl mit einer anderen Wahl zusammenfällt. Dies war im März 2011 in Fuldabrück bei der Wiederwahl von Dieter Lengemann (SPD) der Fall. Damals gaben 54,8 Prozent der Wähler ihre Stimme ab: Parallel zur Bürgermeisterwahl fand die Kommunalwahl statt. Bei Wahlen mit mindestens zwei Kandidaten sieht die Beteiligung deutlich besser aus. In Kaufungen etwa, wo es im April 2010 zum Duell zwischen dem heutigen Bürgermeister Arnim Roß (SPD) und Peter Klein (parteilos) kam, lag sie bei 55,3 Prozent.

Für Andreas Siebert sind die 31,2 Prozent „in Anbetracht des schlechten Wetters nicht verwunderlich und für Persönlichkeitswahlen mit nur einem Kandidaten übrigens deutschlandweit nicht ungewöhnlich.“

Von Peter Ketteritzsch

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