BUND fordert: A44 bei Kaufungen nur mit Dach

Kaufungen/Helsa. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht gute Chancen für eine verträgliche Autobahntrasse der geplanten A44 bei Kaufungen.

Dank der Gespräche zwischen dem Runden Tisch Kaufungen und dem Land Hessen bestehe erstmals die Möglichkeit, „vernünftig miteinander zu reden", sagte BUND-Sprecher Thomas Reimann (Hessisch Lichtenau) gegenüber der HNA. „Wir sind kompromissbereit", setzte er für den BUND hinzu, der an den Gesprächen mit der Landesregierung beteiligt ist.

Allerdings müsse sich das Land Hessen bei der Planung bewegen, um das Optimale für Mensch und Natur herauszuholen. „Man könnte alles unter einen Hut bringen, wenn nicht nur auf die Kosten geschaut wird“, sagt der 54-jährige BUND-Vertreter. Es könne nicht sein, dass auf den letzten elf Kilometern der Autobahn 44, die noch nicht durchgeplant sind, mit dem Kostenargument eine vernünftige Lösung verhindert werde.

Die immer wieder geäußerte Behauptung, die A44 sei bereits jetzt die teuerste Autobahn in Deutschland, sei falsch. Es gebe viel teurere Autobahnbauten in Deutschland (siehe Hintergrund).

Thomas Reimann

Der BUND macht sich für eine Trassenführung stark, die die Menschen schütze, aber auch die Tier- und Pflanzenwelt sowie hochwertige landwirtschaftlichen Flächen bei Kaufungen.

Und so sähe die Trasse aus: Von der Anschlussstelle Helsa-West soll die A44 bis Niederkaufungen parallel und nah neben der heutigen B7 geführt werden (die zur Kreisstraße herabgestuft werden soll). Davon verspricht sich der BUND dreierlei:

• Der Lärmschutz für die Anwohner in Kaufungen wird deutlich verbessert, weil die Autobahn zwar näher am Ort verläuft, aber ab der Kunstmühle in einem tiefen Trog geführt und mit einem Dach versehen werden soll (Einhausung).

• Die landwirtschaftlichen Flächen südlich von Kaufungen werden nicht zerschnitten, sondern sind weiterhin nutzbar.

• Die Bechstein-Fledermäuse im Stiftswald behalten ihren Lebensraum und müssen nicht - wie bei der vom Land favorisierten Trasse - umgesiedelt werden. Um genügend Raum neben der B7 (dann K7) zu bekommen, müsste für die A44 in der Nähe der geplanten Grünbrücke eine etwa vier Hektar große Fläche vom Stiftswald geopfert werden - das sei in Kauf zu nehmen, meint Reimann.

Der BUND-Mann gibt sich zuversichtlich, dass sich das Land bewegen werde. Schließlich sei von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) eine wirkliche Prüfung aller Kaufunger Forderungen zugesagt worden.

Bei Helsa (1,4 Kilometer langer Tunnel) und Eschenstruth (4,2 Kilometer langer Tunnel Hirschhagen) habe man mit den Tunnelbauwerken Rücksicht auf die Belange von Mensch und Natur genommen. Das müsse bei Kaufungen auch möglich sein, sagte Reimann. Die Mehrkosten müssten in Kauf genommen werden, so wie Kaufungen für alle Zukunft die Belastungen der A44 zu tragen habe.

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