Planfeststellungsverfahren für Umbau von Baunatal-Mitte kann nun beginnen – Zeitrahmen bleibt unklar

Autobahnanschluss Baunatal-Mitte: Bund stimmt Ausbau zu

Veraltet: Die Anschlussstelle Baunatal-Mitte ist für ein solch hohes Verkehrsaufkommen, wie es sich am VW-Standort entwickelt hat, nicht ausgelegt. Die Planungen für einen Umbau laufen schon seit vielen Jahren. Bisher ist eine Lösung nicht in Sicht. Foto: Kühling

Baunatal. Einen Schritt weiter sind die Behörden bei der Planung zum Umbau des stark belasteten Autobahnanschlusses Baunatal-Mitte. Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt die grundsätzliche Genehmigung auf die vom Kasseler Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) erstellte Vorplanung erteilt.

Das bedeutet, dass ein Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des Knotenpunktes beginnen kann. Der Sichtvermerk liege vor, bestätigt Katrin Gebhardt, Mitarbeiterin der Landesbehörde Hessen Mobil in Wiesbaden, die den Umbau für den Bund nun weiter plant. „Nach dem derzeitigen Stand beginnt 2012 das Planfeststellungsverfahren.“

Rathaus rechnet mit 2014

Unklar bleibt indes, wann vermutlich mit dem Umbau begonnen wird. Bürgermeister Manfred Schaub hatte kürzlich gesagt, er gehe von einem Starttermin von 2014 aus. Einen Zeithorizont könne sie nicht nennen, sagt hingegen Katrin Gebhardt mit Hinweis auf die zahlreichen Verfahrensschritte, die sich jetzt anschlössen. „Und letztendlich muss der Bund noch die Mittel bereitstellen.“

Inzwischen steigen die Anforderungen an die Anschlussstelle weiter. VW baut den Standort auf beiden Seiten der Autobahn kräftig aus. 70 Millionen Euro fließen in die Erweiterung des Original-Teile-Centers (OTC) sowie in den Bau einer neuen Logistik-Station mit dem Namen Cross-Dock oberhalb von Rengershausen. Ab Sommer werden nahezu alle Lastwagen, die Material für die Produktion im Werk anliefern, über den veralteten Linksabbieger bei Baunatal-Mitte rollen. Hinzu kommen Hunderte Transporter, die sowieso täglich das OTC ansteuern.

Derzeit passieren 500 Lastwagen an einem Tag diesen Abschnitt. Eine Prognose für das Jahr 2020 geht von der dreifachen Menge aus.

15 500 Beschäftigte hat das VW-Werk derzeit. Tendenz steigend. Schließlich startet der Autobauer 2013 mit der Serienfertigung für den Elektroantrieb des Modells Up. Und auch bei der Getriebeproduktion will VW in Baunatal weiter Gas geben. Die Rekordmarke von 3,96 Millionen Getrieben im Jahr 2011 soll in diesem Jahr mit 4,2 Millionen Einheiten überboten werden. Das kündigte Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker kürzlich an. Im Baunataler Rathaus hoffen die Verantwortlichen auf einen schnellen Umbau des Knotens.

Das Ja des Bundes durch Erteilung des Sichtvermerkes sieht Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) als wichtigen Schritt auf dem Weg. „Das ist gut. Damit ist eine große Hürde genommen“, sagt Schaub. Bevor die Zustimmung des Bundesministeriums zu den Vorplanungen nicht da gewesen sei, wäre es nicht weitergegangen in der Sache, sagt er.

Von Sven Kühling

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