Konflikte sind das Alltagsgeschäft

Bundesbereitschaftspolizei will Mitarbeiter effektiver einsetzen

Einsatz: Bei Großdemonstrationen werden die Bereitschaftspolizisten vom Bund angefordert, hier sind die Beamten im Stuttgarter Schlossgarten, wo gegen das Bauprojekt der Bahn protestiert wurde. Foto: dpa

Fuldatal. Montag, 13. Februar, war so ein Datum. Am Gedenktag der Bombardierung und Zerstörung Dresdens „bekommt niemand frei“, sagt Friedrich Eichele, Präsident der Direktion Bundesbereitschaftspolizei in Fuldatal.

So gesehen ein verlässliches Datum für alle Beamten der Bundespolizei, die immer gerufen werden, wenn die Gefahr gewalttätiger Auseinandersetzungen droht.

Bei Großereignissen, Demonstrationen von rechts oder links, wenn an jedem Wochenende Fußballfans durch die Republik reisen und Gewaltbereite aufeinandertreffen können, sind die 20 000 Einsatzkräfte im Bundesgebiet gefordert, deren Zentrale in Ihringshausen-West liegt.

Friedrich Eichele

Dort trafen sich jetzt 180 Personen aus allen neun regionalen Direktionen vom Streifenbeamten über Gruppenführer bis Inspektionsleiter erstmals zu einem Symposium, um darüber zu diskutieren, wie die Planung von Einsätzen optimiert werden kann.

„Wir haben viele junge Leute, die eine Familie aufbauen oder kleine Kinder haben“, sagt Randolf Virnich, Präsident der Bundespolizeidirektion St. Augustin in Nordrhein-Westfalen. Daher sollten Einsätze und damit auch die Freizeit verlässlich sein. Schwierig im Alltag, „denn viele Dinge sind nicht vorhersehbar“, sagt Eichele. Wenn Gruppen von Fußballfans sich entscheiden, nicht nur acht Stunden, sondern das ganze Wochenende unterwegs zu bleiben, müssen auch die Bundespolizisten mit. In Zeiten von Internet, Facebook und SMS organisierten sich Menschen kurzfristig zu Demonstrationen, dies bedeute mehr unvorhergesehene Einsätze, betont Virnich.

Randolf Virnich

Dass es zu Konflikten komme, zuletzt beim Castor-Transport auch zu Gewaltorgien, „damit können unsere Leute umgehen“, sagt Eichele. Für sie sei aber wichtig, nicht das Gefühl zu haben, verheizt zu werden oder auch nutzlos herumzustehen. Daher sollen – ein Ergebnis des Symposiums – Standards zur Lagebeurteilung entwickelt werden. Und es könnte für kurzfristige Einsätze ein zentraler Reservepool an Kräften eingerichtet werden, der die regulären Einheiten entlaste, sagen die beiden Präsidenten. Entscheide man, sich auf bestimmte Bahnhöfe mit „hochmobilen Eingreifkräften“ zu konzentrieren, müssten weniger Bundespolizisten die Fangruppen auf Reisen begleiten.

Mit weniger Personal im Einsatz mehr Sicherheit zu erreichen, sei das Ziel. Im Sinne der eigenen Leute und des Steuerzahlers, der schließlich jeden Einsatz bezahle, sagen Eichele und Virnich.

Von Michael Schräer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.