In der Bundespolizei-Staffel Fuldatal liegen Organisieren, Reparieren und Überwachen in weiblicher Hand

Bundespolizei-Staffel in Fuldatal: Frauenpower bei den Fliegern

Fuldatal. An die ungläubigen Blicke haben sich Katharina Hartmann, Manuela Diegler und Antje Oetken-Brödling gewöhnt. Die ernten sie regelmäßig, wenn sie nach Dienstschluss ausgehen und nach ihrer Arbeit gefragt werden. Denn die drei haben schon verwirklicht, was mit dem Girls Day gefördert werden soll: Frauen in Männerberufen.

Die drei sind Hubschraubermechanikerin, Flug-Einsatz-Bearbeiterin sowie Fluggerätmechanikerin im Fachbereich Betriebsorganisation. „Es herrscht immer pures Erstaunen. Niemand will uns so recht glauben, dass wir bei der Fliegerstaffel der Bundespolizei arbeiten“, berichtet das Trio lachend. „Für viele Menschen ist es offensichtlich noch immer erstaunlich, wenn Frauen beruflich ihren Mann stehen.“

Logistische Herausforderung: Antje Oetken-Brödling stellt die Materialien für die Mechaniker zusammen.

Christian Ohl sieht das ganz anders. Der Polizeioberkommissar und Pressesprecher der Fliegerstaffel ist froh über die weibliche Verstärkung im Team. „Die drei Mitarbeiterinnen leisten großartige Arbeit“, lobt der 44-Jährige. „Wir schätzen die Frauen-power. Die Zusammenarbeit ist eine echte Bereicherung, da auch die Fachkompetenzen im oberen Bereich angesiedelt sind.“

Das Wissen haben sich Hartmann, Diegler und Oetken-Brödling hart erarbeitet. „Als Frau in einer Männerdomäne hat man hohe Ansprüche an sich selbst“, erklärt Manuela Diegler. Nach einer Ausbildung zur Zahnarzthelferin und dem abgelegten Versprechen an ihre Urgroßmutter, entweder Sekretärin oder Polizistin zu werden, landete die Polizeibeamte nach mehreren Stationen im Tower der Fliegerstaffel. „Bei der Koordination der Einsätze trägt man viel Verantwortung“, betont die 39-Jährige. „Ich möchte aber keine Extra-Wurst, sondern sehe es als Herausforderung an, als Frau den Mann zu stehen.“

Einsatz im Tower: Manuela Diegler trägt viel Verantwortung bei der Koordination der Flugeinsätze. Fotos: Sommerlade

Ähnlich sieht das auch Antje Oetken-Brödling. Die ausgebildete Polizistin und Fluggerätmechanikerin stellt im Bereich Logistik das Material für die Hubschraubermechaniker zusammen. „Da muss jeder Handgriff sitzen“, weiß die 33-Jährige. „Als Frau will man oft doppelt so gut sein. Dabei ertappe ich mich immer wieder.“ Hohe Ansprüche an ihre Tätigkeit hat auch Katharina Hartmann. Die 24-Jährige ist erst seit wenigen Wochen bei der Fliegerstaffel beschäftigt. Als Hubschraubermechanikerin ist sie für die Wartung der Helikopter zuständig. Beim sogenannten A-Check kennt die junge Mechanikerin sich aus.

Mit geschultem Blick kontrolliert sie Rumpf, Fahrwerk und Rotorblätter. Geschickt tauscht sie Ölfilter oder baut Hydraulikpumpen aus. Kein Zweifel. Der Check ist Routine. „Das ist fast wie eine Auto-Inspektion, nur halt ein paar Nummern größer“, erklärt die Zierenbergerin, die beim Check stets mit einem Kollegen arbeitet. „Wir arbeiten hier mit dem Vier-Augen-Prinzip und kontrollieren alles ganz intensiv.“

Geschickte Hände: Katharina Hartmann ist für die Wartung der Hubschrauber zuständig.

Als Frau mit überwiegend männlichen Kollegen tätig zu sein, findet Katharina Hartmann nicht ungewöhnlich. „Ich kenne es gar nicht anders und möchte es auch nicht anders haben, da dies mein absoluter Traumberuf ist.“ Dafür, dass ihr Umfeld manchmal ungläubig reagiert, hat die junge Frau Verständnis. Für den Fall, dass sie mal gar keine Lust auf langwierige Erklärungen hat, wählt sie eine besondere Strategie: „Dann sage ich einfach, ich sei Krankenschwester. Das glaubt jeder sofort“, verrät sie augenzwinkernd.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.