Bundeswehr befürchtet: Windanlagen könnten Hubschrauber stören

Baunatal. Die Realisierung eines Windparks auf dem Langenberg ist gefährdet. Zumindest wird ein Teil der Windräder niedriger als geplant. Grund: Die Heeresflieger in Fritzlar haben Einwände gegen den Aufbau des Windparks mit 200 Meter hohen Rotoren zwischen Gudensberg, Niedenstein und Edermünde erhoben.

Die vorgesehenen Anlagen seien so hoch, „dass die Anfliegbarkeit des Flugplatzes Fritzlar bei Sinkflug nicht gegeben ist“, sagt Hauptmann Christian Schneider von der Pressestelle der Luftwaffe in Berlin. „Das ist ein Sicherheitsrisiko.“

Von den Bedenken der Bundeswehr berichtet auch Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler. Die VW-Stadt ist an dem Projekt beteiligt. Die Rotoren könnten den Flugbetrieb der Hubschrauber stören, sagt Engler. Deshalb habe es einen Hinweis der Bundeswehr auf eine Bauhöhenbeschränkung gegeben. Zwei Möglichkeiten bleiben laut Engler. Entweder plane man die Anlagen niedriger oder man verschiebe die Standorte im Rahmen des Baufeldes des Regionalplanes. „Dazu laufen gerade Gespräche mit der Bundeswehr.“

Beteiligt an dem Vorhaben sind die Kommunen Baunatal, Edermünde, Gudensberg und Niedenstein sowie die VR Bank Chattengau und das Verbands-Energiewerk (VEW) aus Korbach. Bis 2015 sollen zwischen 22,7 und 26,2 Millionen Euro je nach Anlagentyp und Leistung investiert werden. Der Windpark soll anschließend von einer Energiegenossenschaft betrieben werden, an der sich die Bürger der Region beteiligen können.

Die Einwände der Bundeswehr seien in dem üblichen Verfahren aufgetaucht, erläutert Engler. Dazu gehörten beispielsweise auch Gutachten über die Vogelwelt, zu Abständen zur Bebauung und zum Schattenwurf der Rotoren bei Sonneneinstrahlung.

Dass es in einem Genehmigungsverfahren zu derartigen Komplikationen kommt, ist für Engler normal. „Wenn die Bundeswehr an der Höhenbegrenzung festhält, dann muss man die Standorte umplanen“, sagt sie. Bislang sieht sie das Vorhaben nicht in Gefahr. Die Initiatoren hätten parallel zu der Klärung mit der Bundeswehr weiter geplant, so dass es zu keiner Zeitverzögerung komme. Insgesamt haben die an dem Projekt Beteiligten vier Kommunen laut Erster Stadträtin bislang 131 250 Euro an Planungskosten ausgegeben, der Anteil der Stadt Baunatal beträgt 17 500 Euro. Die VEW ist ebenfalls mit 131 250 Euro dabei, die VR Bank stellte bislang 87 500 Euro bereit.

Einen Kompromiss zur Bauhöhe der Windräder schließt die Bundeswehr schon jetzt aus. Der Bereich falle in die Einflugschneise der Hubschrauber aus Fritzlar, sagt Hauptmann Schneider. „Das ist eine Bestimmung, die der Sicherheit der Flugbesatzung und der Hubschrauber dient.“

Von Sven Kühling

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