Fernbusse nehmen zu viel Platz an Haltepunkt Kaufungen-Papierfabrik weg – Suche nach einer Alternative

An der Bushaltestelle wird es eng

Nicht optimal: Die Fernbusse der Firma Flixbus fahren an der Haltestelle Kaufungen-Papierfabrik ab. Für die übrigen Busse bleibt dabei oft zu wenig Platz. Nun soll eine andere Lösung her. Foto: Zgoll

Kaufungen / baunatal /Kassel. Immer mehr Fernbusse rollen täglich durch Kassel, um den IC-Bahnhof Wilhelmshöhe anzufahren. Um den Stadtverkehr zu entlasten, soll nun nach einem alternativen Standort gesucht werden. Eine Möglichkeit stellt dabei der Haltepunkt Kaufungen-Papierfabrik dar. Er wird bereits als Fernbus-Haltestelle genutzt und ist direkt an der Auffahrt Kassel-Ost auf die A 7 gelegen.

„Es muss eine klare Regelung geben.“

RBK-Sprecherin Heidi Hamdad

Kaufungens Hauptamtsleiter Carsten Marth hält den Standort wegen der unmittelbaren Anbindung an die Autobahn für attraktiv. Allerdings könne der bisherige Haltepunkt auf dem Park-and-Ride-Platz Papierfabrik nicht erhalten bleiben, denn die Wendeschleife sei im Besitz der Regionalbahn Kassel (RBK), sagte Marth auf HNA-Anfrage.

Das Schienenverkehrsunternehmen beklagt bereits, dass die Fernbusse die Wendeschleife nutzen und dadurch den Platz belegen. „In der Folge können unsere Busse dort nicht mehr halten“, erläuterte RBK-Pressesprecherin Heidi Hamdad. Besonders problematisch sei es geworden, als aufgrund der jüngsten Bauarbeiten an der Lossetalstrecke Schienenersatzverkehr eingesetzt werden musste und mehr Busse Platz brauchten.

Zudem würden die wartenden Fernbus-Fahrgäste ihren Unrat im Bereich der RBK zurücklassen und die mit dem Pkw Anreisenden die Parkplätze belegen. Daher suche die RBK gemeinsam mit der Gemeinde Kaufungen und dem Regierungspräsidium nach einer Alternative. Entsprechende Gespräche sollen am heutigen Dienstag stattfinden, sagte Hamdad. „Es muss eine klare Regelung geben“, betonte sie. Die RBK habe eine konkrete Idee. Wie die aussieht, wollte Hamdad nicht verraten. Das werde erst bei dem Gespräch veröffentlicht.

Keine Wartemöglichkeiten

Ein Fernbusbahnhof in Kaufungen könnte demnach nicht am jetzigen Haltepunkt entstehen. Eine Alternative würde vermutlich mit längeren Wegen für die Anreisenden einhergehen, so Marth. Zudem müssten Toiletten und Wartemöglichkeiten mit Sitzgelegenheiten für die Fahrgäste geschaffen werden. „Über deren Finanzierung müsste man dann mit den Fernbusunternehmen sprechen“, sagte Marth. Gespräche über Kaufungen als Standort für einen zentralen Fernbusbahnhof mit der Stadt Kassel habe es bislang noch nicht gegeben.

Derzeit starten lediglich die Fernbusse des Unternehmens Flixbus in Kaufungen. Der Münchener Anbieter ist allerdings nicht hundertprozentig zufrieden mit dem Standort. Das sagte Flixbus-Sprecherin Bettina Engert auf Anfrage der HNA. „Der Haltepunkt ist für unsere Busse zwar gut erreichbar, aber für unsere Fahrgäste nicht“, so Engert. Das A und O sei aber die gute Erreichbarkeit.

Positiv seien hingegen die gute Anbindung an die Autobahn sowie die Parkplatzsituation. Allerdings würden die meisten Fahrgäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, und da gebe es Defizite in Kaufungen.

Engert befürchtet, dass sich diese noch verstärken, sollte Flixbus sein Angebot erweitern, besonders in der Nacht. Außerdem fehlten am Haltepunkt Wartemöglichkeiten und Toiletten. Ein Umzug der Haltestelle sei aktuell aufgrund mangelnder Alternativen allerdings nicht geplant.

Unterdessen kündigte die CDU Baunatal an, in der kommenden Stadtverordnetensitzung zu beantragen, dass der Magistrat der Stadt Baunatal mit den Anbietern von Fernbuslinien Kontakt aufnehmen soll. Es solle geprüft werden, ob diese Interesse haben, in Baunatal einen Fernbushalt zu betreiben, heißt es in einer Pressemitteilung des CDU-Vorsitzenden Andreas Mock.

Er schlägt die Haltestelle Stadtmitte (ehemals ZOB) als Standort vor. Von dort sei man wesentlich schneller auf den Autobahnen als vom Bahnhof Wilhelmshöhe oder vom Kasseler Hauptbahnhof. Zudem sei der Haltepunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Auto ideal erreichbar.

Von Nicole Schippers

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