Einschränkung bei Schülerbeförderung?

Fuldatal: Busfahren für Gemeinde bald teurer?

Fuldatal. Nächstes Jahr werden die Karten im öffentlichen Personennahverkehr in Fuldatal neu gemischt, die Linien 40, 42 und 48 sowie die Schulbuslinie 45 neu ausgeschrieben. Dann droht eine Schrumpfkur.

Denn der Verkehrsverbund NVV rechnet mit deftigen Preissteigerungen, während die Gemeinde unter den Zwängen des Schutzschirms viel Geld sparen muss. Während einer von der Grünen-Fraktion organisierten Podiumsdiskussion, die rund 50 Bürger in Simmershausen verfolgten, gab Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) schon die Marschrichtung vor: Alles komme auf den Prüfstand, nicht nur das Busangebot, sondern auch die Zahl der Haltestellen. „Wir brauchen Analysen, um den Bedarf zu ermitteln. Es gibt keine Denkverbote“, sagte er. Auch ehrenamtlich betriebene Transporte seien denkbar.

Martin Lometsch, Planer beim NVV, rechnet mit bis zu 30 Prozent Mehrkosten für die Gemeinde, wenn das bisherige Angebot aufrechterhalten werden solle. Laut Schreiber bedeutet das 80 000 Euro Mehrkosten für die Gemeinde, die so schon eine viertel Million zuschießt. „Mit den massiven Preissteigerungen geht es ans Eingemachte“, bestätigte Uwe Koch vom Landkreis Kassel. Nötig sei ein effektiverer Einsatz der Busse.

Auch Schülerverkehr ist ein Kostenfaktor: Bisher fahren die Schulbusse direkt vor die Gesamtschule Fuldatal (Bild). In Simmershausen wurde die Möglichkeit diskutiert, die Busse nur bis zur Aral-Tankstelle an der Veckerhagener Straße fahren zu lassen.

Bei der von Grünen-Fraktionschef Thomas Ackermann geleiteten Diskussion gab es schon Vorschläge von Bürgern. Der Schulbus müsse doch nicht bis zu den Gymnasien nach Kassel hineinfahren, sondern könne an der Tramhaltestelle Ihringshäuser Straße umkehren, sagte Helga Heinemann. Eleonore Fiedler regte an, die Fahrten zu überprüfen, bei denen Busse fast ganz leer unterwegs sind.

Zuhörer nannten als Beispiel den Bus, der durch das Fuldatal nach Hann. Münden fährt.

Einsparmöglichkeiten gibt es laut Lometsch, wenn die Schulen ihre Unterrichtszeiten zugunsten eines ökonomischen Busbetriebs verändern würden. Schreiber will das schon in Kürze mit den Schulleitern besprechen.

Koch warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen. Zuletzt habe das Beispiel der Gemeinde Niestetal gezeigt, wie schwierig eine solche Abstimmung im Schüler- und Berufspendlerverkehr sei.

Von Peter Dilling

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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