Dietrich Ulfig war einer der ersten Piloten der Fliegerstaffel in Ihringshausen

Vom Cabrio in den Hubschrauber

Sein erstes Einsatzgerät: Pilot Dietrich Ulfig im Hangar der Fliegerstaffel in Ihringshausen an einer ausgemusterten Alouette. Die Maschine wird als Anschauungsobjekt am Sonntag, 8. September, während des Tags der offenen Tür präsentiert. Foto: Schräer

Fuldatal. Dietrich Ulfig (75) ist ein Mann der ersten Stunde bei der damaligen Grenzschutz-Fliegerstaffel in Ihringshausen. Als sein Chef Oberleutnant Ackermann am 25. Oktober 1963 um 14.45 Uhr mit einer Alouette auf dem Exerzierplatz landete, waren es nur noch wenige Stunden, bis Ulfig auf dem Gelände der Unterkunft ankam.

Allerdings nicht per Hubschrauber, sondern in seinem VW Cabrio. Denn weitere Alouettes wurden erst nach und nach bereitgestellt.

Den Dienst nahm die neue Fliegerstaffel zunächst mit Orientierungsflügen über den Platz und den Ort auf. Später dann die Grenzeinweisung mit einem zuständigen Grenzbeamten im Cockpit. „Staffelführer Ackermann flog vorneweg und wir hinterher“, erinnert sich Pilot Ulfig. „Immer dem Verlauf der Grenze hinterher, die als solche nicht zu sehen war.“ Maßgeblich waren die Grenzsteine am Boden und nicht der Zaun samt Schneise. Daher haben wir „die Grenze auswendig gelernt, Meter für Meter“, sagt Ulfig. Höchstens die Rotorspitzen seien mal drüber gewesen.

„Die Grenzüberwachung durch uns aus der Luft, war die effektivste Maßnahme“, meint Ulfig. Verglichen mit dem Aufwand, den die DDR mit Material und Personal am Boden betrieb. „Wir konnten von oben alle Arbeiten dort beobachten.“

Einschneidende Ereignisse wie die Anschläge während der Olympiade 1972 in München oder in der Folge des Terrors durch die Rote Armee Fraktion (Herbst 77) führten laut Ulfig dazu, dass sich der Bundesgrenzschutz (BGS) mehr von der Grenze, dem eisernen Vorhang löste und für polizeiliche Aufgaben im Hinterland eingesetzt wurde. Zum Beispiel bei Demos gegen Atomkraftwerke oder die Startbahn West in Frankfurt.

Im Dezember 1974 gehörte Ulfig vom ersten Tag an zur Crew des neuen Rettungshubschraubers Christoph 9 (später Christoph 7). Eine Stube samt Landeplatz waren auf dem Gelände der Wittich-Kaserne an der Druseltalstraße. Als Erster landete der Wahl-Ihringshäuser im Herbst 1975 auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses, als die Luftrettung dorthin zog.

Im Einsatz bei Fußball und Obama

Wegen eines Unfalls auf der Autobahn 7 nahe Schwarzenborn war Ulfig im Juni 1988 mit dem Rettungshubschrauber im Einsatz. Auf dem Rückflug wurde er nach Borken umdirigiert, zum Grubenunglück in Stolzenbach. Nachdem er Notarzt und Rettungssanitäter dort abgesetzt hatte, flog er zurück nach Kassel, um weitere Ärzte abzuholen. Am Unglücksort standen mit seinem schließlich fünf Rettungshubschrauber.

In der nächsten Folge stellen wir einen der ersten und einen aktuellen Techniker für Hubschrauber vor.

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