CDU-Kreisparteitag: Frank Williges bleibt Vorsitzender

Sie führen den Kreisverband Kassel-Land: Andreas Mock (von links), Frank Williges, Jutta Rüddenklau, Maik Sembowski und Friedhelm Becker. Fotos:  Dilling

Ahnatal. Bei ihrem Kreisparteitag in Ahnatal hat die CDU Kassel-Land Selbstbewusstsein demonstriert.

Auch auf ihre schwierige Situation im vielerorts sozialdemokratisch dominierten Nordhessen wiesen die Delegierten hin, wo sie seit 2009 kein Landtagsmandat mehr erringen konnte. Frank Williges forderte eine fairere Chance für die Kreis-CDU auf einen sicheren Listenplatz. Bei der letzten Wahl habe die südhessische CDU Landtagsmandate erobert, obwohl sie weniger Stimmen erzielt habe als die Nordhessen. Gerade in einer SPD-Hochburg müsse die Kreis-CDU im Landtag vertreten sein.

Mit 87 von 102 Delegiertenstimmen, also mit 85,3 Prozent der Stimmen, wählte die Union Kassel-Land Williges erneut zu ihrem Vorsitzenden. Der CDU-Politiker aus Helsa steht künftig an der Spitze eines Quartetts von Stellvertretern. Neben den ebenfalls wiedergewählten Friedhelm Becker (Breuna), Andreas Mock (Baunatal) und Jutta Rüddenklau (Liebenau) rückte Maik Sembowski (Hofgeismar) neu in den engeren Vorstand. Die Erweiterung des Gremiums von drei auf vier Stellvertreter war umstritten. Es gab 34 Gegenstimmen. Die Junge Union sprach sich dagegen aus. Es dürfe nicht darum gehen, Kampfabstimmungen zu vermeiden, die Leistung entscheide, sagte JU-Chef Patrick Weilbach (Baunatal).

Williges stimmte die Delegierten auf die Landratswahl nächstes Jahr und die Kommunalwahl 2016 ein. Ermutigend sei, dass die Union immer mehr Bürgermeister stelle. Es sei aber bisher nicht gelungen, die Schwäche der CDU in den Oberweser-Gemeinden zu beseitigen. Es werde „ein schwieriges Unterfangen“, gegen den amtierenden Landrat Uwe Schmidt (SPD) anzutreten. Die CDU sei bereits auf der Suche nach Kandidaten. Zu Namen wolle er sich nicht äußern, sagte Williges gegenüber der HNA. Der Kreisvorstand werde sich am 27. März mit der Kandidatenauswahl beschäftigen.

Verhaltene Kritik übte der Ahnataler CDU-Bürgermeister Michael Aufenanger an den finanziellen Lasten, die die schwarz-grüne Landesregierung den Gemeinden aufbürde. Ahnatal unternehme große Anstrengungen, seine Finanzen zu konsolidieren. Doch allein die Kompensationsumlage, die das Land fordere, belaste die Gemeinde zusätzlich mit 200 000 Euro. „Hier muss ein kritisches Wort erlaubt sein“, sagte er.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz (Arolsen) wies das zurück. Das Land verlange nichts Unmögliches von den Gemeinden. Außerdem werde die Verteilung der Gelder auf die Kommunen bald gerechter geregelt, sagte Schwarz.

Von Peter Dilling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.