Heftiger Streit um geschlossene Anlage in Helsa

CDU: Küthe hat bei Bad alle überrumpelt

Blick zurück: In voller Montur sprangen Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (rechts) und der damalige Kaufunger Verwaltungschef Peter Klein im Mai 2008 ins kühle Nass und eröffneten so die Badesaison im Freibad Helsa. Seit diesem Jahr ist das Schwimmbad nicht mehr geöffnet. Archivfoto: Wohlgehagen/nh

Helsa. Das nicht mehr geöffnete Helsaer Freibad am Sportplatzweg, für das eine andere Verwendung gesucht wird, erhitzte jetzt die Gemüter in der Gemeindevertretung.

Der von Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) in Betracht gezogene Verkauf der Schwimmanlage rief die CDU auf den Plan. Die Christdemokraten warfen dem Verwaltungschef eine Überschreitung seiner Kompetenzen vor und verlangten die Einstellung aller in die Richtung Verkauf gehenden Aktivitäten. Der von der Grünen Liste Helsa (GLH) unterstützte Antrag scheiterte im Kommunalparlament jedoch an der SPD-Mehrheit.

Auch Grüne Liste übte Kritik

Die Schließung des Freibades sei eine bittere Pille, aber für einen Verkauf der Einrichtung gebe es keine Legitimation, so begründete Andreas Schlaak (CDU) den Antrag seiner Fraktion. Schlaaks Parteikollege Frank Williges fuhr noch schwereres Geschütz auf: „Mit dieser Aktion hat der Bürgermeister alle überrumpelt.“ Das gehe bei diesem sensiblen Thema nicht, weil die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung des Bades erhalten bleiben müsse, sagte Williges.

Tilo Küthe wies die Vorwürfe zurück. Er habe die gesetzliche Aufgabe und Kompetenz, Beschlüsse der gemeindlichen Gremien vorzubereiten. Dazu gehöre die Prüfung, welcher Verwendung das Schwimmbad zugeführt werden könne, auch um Schaden von der Gemeinde fernzuhalten, sagte der Bürgermeister. „Wenn man Leute erreichen will, die das Freibad übernehmen, muss man um sie werben“, stellte der Verwaltungschef fest. Christa Hollerbach (GLH) war „alles nicht differenziert genug“. Bei den Bürgern sei in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt worden, dass der Verkauf des Freibads schon beschlossene Sache sei, sagte die Fraktionssprecherin.

Dirk Schröder (SPD) erinnerte an die Beratungen über den finanziellen Schutzschirm des Landes Hessen, bei denen auch die CDU einem Freibadverkauf nicht widersprochen habe.

Tilo Küthe

„Sie haben alles richtig gemacht, Herr Bürgermeister“, bescheinigte Gerhard Schneider (SPD) dem Verwaltungschef. Das Parlament habe selbst die Entscheidung über die Schließung des Freibades getroffen. Deshalb sei es unredlich, falsch und „fast ein wenig feige“, damit jetzt dem Bürgermeister vors Schienbein zu treten, meinte Schneider.

Der Beschlussvorschlag der CDU wurde schließlich von der SPD mit 11 zu 10 Stimmen gegen das Votum der Antragsteller und der Grünen Liste zurückgewiesen. Archivfoto:  nh

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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