CDU-Landratskandidat: „Mehr Indianer im Landratsamt“

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Will bei der Wahl am 25. Januar Landrat werden: Patrick Weilbach aus Baunatal. Der 27-Jährige geht für die CDU ins Rennen.

Kreis Kassel. „Über eine halbe Milliarde Euro an Verbindlichkeiten." Diese negative Entwicklung bei den Kreisfinanzen kreidet Patrick Weilbach auch Landrat Uwe Schmidt (SPD) an. Er will es besser machen als der 60-jährige Amtsinhaber aus Helsa.

Weilbach, selbst erst 27 Jahre alt, will Landrat werden bei der Wahl am 25. Januar. Während des Kreisparteitags der CDU am 16. September soll er offiziell als Kandidat nominiert werden.

„Eine Verwaltungsreform muss kommen“, kündigt der Baunataler für den Fall an, dass er Landrat wird. „Was funktioniert, sind schlanke Prozesse.“ Entsprechend will er die Kreisverwaltung personell umkrempeln. Man brauche „mehr Indianer und weniger Häuptlinge“, sagt Weilbach, der auch von seiner beruflichen Tätigkeit als selbstständiger Unternehmensberater profitieren will.

Als zu jung, zu unerfahren sieht er sich nicht. Schließlich habe er sich bereits mit 16 Jahren selbstständig gemacht, betont er. „Ich habe schon in verschiedenen Positionen mit unterschiedlichem Blickwinkel gearbeitet. Ich habe Erfahrung, eine Verwaltung dieser Größe zu führen.“

Seine Ziele mit einer gewissen Ruhe ganz genau anzupeilen, das jedenfalls hat Patrick Weilbach gelernt. Bis 2006 gehörte er der Juniorennationalmannschaft im Bogenschießen an.

Auch bei den Sachthemen gibt sich der junge Mann im grauen Anzug selbstbewusst. Die Investition in den Flughafen Calden hält der 27-Jährige für richtig. „Bei einer Straße stellt auch keiner die Frage, ob die sich amortisiert hat.“

Flughafenanbindung 

Vor allem bei der Verkehrsanbindung  des Flughafens will Weilbach eine alte Debatte neu entfachen: Die Anbindung von der A 7 über eine Nordspange über die Fulda nach Calden. „Der Flughafen würde damit attraktiver werden.“ Einen genauen Trassenverlauf will er auf Nachfrage nicht skizzieren. Die Straße müsse aber so eng am Kasseler Stadtgebiet anliegen, dass die Bewohner der Stadt diese auch als äußeren Ring nutzen.

Auch im Tourismus sieht der Kandidat Entwicklungspotenzial. Er wolle die Tourismusförderung auf professionelle Beine stellen, sagt er. Das dürfe aber nicht heißen, dass das Geld in Personal fließe - etwa einen hauptamtlichen Tourismusmanager. Das Geld müsse in die Projekte selbst investiert werden. Weilbach stellt sich dabei eine engere Verzahnung mit der Stadt Kassel vor. „Wir müssen auch von den Tourismusströmen um das Weltkulturerbe profitieren.“

Ganz konkret wird der Christdemokrat bei seinen Vorschlägen zum Tourismus allerdings nicht, genauso beim Thema Windkraft. Grundsätzlich habe man sich zu schnell auf die Energiewende eingelassen, sagt er. „Man hätte das kluger machen müssen.“ Er könne jeden verstehen, der die Windkraftanlagen nicht vor seiner Haustür haben wolle. „Aber ich sehe auch die Notwendigkeit.“

Detaillierter wird Weilbach bei seinen Ideen zur geplanten Nord-Süd-Stromtrasse SüdLink. Er werde einen Vorschlag einreichen, der einen Brückenschlag zur West-Trasse bei Warburg beinhaltet. Damit werde der ohnehin schon durch Autobahnen und die Salzpipeline stark belastete Landkreis Kassel ausgespart und der grundsätzlich geringer belastete Landkreis Waldeck-Frankenberg stärker in die Pflicht genommen.

Von Sven Kühling

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