Chancen auf neuen Markt steigen

Einkaufen vor den Toren Rengershausens: Auf dem Acker links der Knallhütter Straße könnte schon bald ein Nahversorgungsmarkt entstehen. Der Blick weist in Richtung Rengershausen. Foto: Dilling

Nahversorgung für Rengershausen: Schon bald fallen die Würfel im Magistrat für den Investor

Baunatal. Nach der Schließung des Edeka-Markts vor einem Jahr ist Rengershausen auf der Suche nach Interessenten, die einen Nahversorgungsmarkt im Dorf errichten wollen. Bisher vergeblich.

Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache. Noch diesen Herbst soll eine Vorentscheidung fallen. Der Magistrat gibt dann grünes Licht für konkrete Verhandlungen mit einem Investor, der am Ortsrand auf einem privaten Acker gegenüber der Westfalen-Tankstelle einen Lebensmittelmarkt mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen könnte. Gleich mitbringen soll der Investor auch ein Betreiber-Modell.

Fünf Bewerber

Fünf Bewerber mit Plänen für den Bau und den Betrieb eines Marktes hätten sich auf die Ausschreibung der Stadt gemeldet, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Zwei seien in der engeren Wahl.

Es habe sich schnell gezeigt, dass Investoren Standorte in der Ortsmitte wirtschaftlich nicht für tragfähig halten. Für das Projekt am Ortsrand könne man mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan Baurecht schaffen. Der Zweckverband Raum Kassel habe grünes Licht signalisiert.

Bei einer Bürgerversammlung mit 200 Besuchern habe es bereits große Zustimmung zu dem Vorhaben gegeben. Dem Vernehmen nach ist die in Aussicht gestellte Fläche in Privathand, ein Teil davon gehört der Hütt-Brauerei. „Im Frühjahr gab es eine unverbindliche Anfrage, seitdem haben wir nichts mehr gehört“, sagt Brauereichef Frank Bettenhäuser. Er begrüße den Bau eines Nahversorgungsmarkts.

Gedämpfter Optimismus

Dennoch ist der Optimismus noch gedämpft. Denn viele Fragen sind noch nicht geklärt - vor allem, was dieses Projekt die Stadt Baunatal am Ende kosten wird. Das ist völlig offen, wie auch der Bürgermeister einräumt.

Der Nahversorgungsmarkt soll von der Knallhütter Straße gegenüber der Tankstelle erschlossen werden. Dort herrscht jetzt schon reger Pkw- und Lkw-Verkehr. Es gibt auch die Option, einen neuen Gehweg in gehörigem Abstand zur Straße zu bauen, um die Fußgänger zu schützen.

„Den Plan eines Nahversorgungsmarkts unterstützen wir. Aber die Konditionen müssen stimmen. Sonst geben wir kein grünes Licht“, sagt Grünen-Fraktionschef Edmund Borschel. Das Projekt sei nicht aus der Portokasse zu bezahlen. Die Spielräume könnten wegen des VW-Skandals enger werden.

Die SPD habe noch Diskussionsbedarf, sagt SPD-Fraktionschef Reiner Heine. Klar sei aber: „Wir wollen am Anfang eine genaue Kostenermittlung.“ Wichtig sei, dass die Rengershäuser das Angebot auch wirklich nutzen.

Da hat Gerhard Sell, Ortsverbandschef der CDU, starke Zweifel. „Ich bin sehr skeptisch“, sagte er. Es sei sehr fraglich, ob sich ein so relativ kleiner Markt halten könne. Außerdem werde der Konkurrenzdruck im Einzelhandel in der Region noch verschärft. Darüber hinaus seien die Rengershäuser aus dem Oberdorf nicht glücklich über den geplanten Standort. Seine Partei will nächste Woche das Thema beraten.

Von Peter Dilling

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