Chor Querbeat trat im Bürgereck auf – Zweistündiges Programm reichte von Pop bis Schlager

Chanson-Stimme war ein Glanzpunkt

Überzeugte im „Bürgereck“: Der Chor Querbeat präsentierte sein neues Programm im rappelvollen Saal. Foto: Brandau

Espenau. Für die Kulturszene Espenaus und darüber hinaus war es ein Muss-Termin: der Auftritt des Chores Querbeat unter Leitung von Thorsten Seydler. Dass sich dafür längst eine Fangemeinde herangebildet hat, zeigte sich am übervollen Saal des „Bürgerecks“ in Mönchehof.

Der Chor Querbeat kann ganz sicher nicht über das klagen, was in anderen Chören Dauerthema ist: die Nachwuchssorgen. Die 36 Sängerinnen und Sänger bringen erstens ein für Chöre junges Durchschnittsalter in die Statistik und füllen zweitens die Chorreihen schon durch die eigenen Kinder auf.

In einem zweistündigen Programm wurde in höchst unterhaltsamer Weise chorisch aufbereitete Musik aus der Pop-, Folk-, Chanson- und Schlagerszene auf die Bühne gebracht.

Ein bisschen gewollt wirkte der Rahmen des Programms: Die musikalischen Nummern wurden bestimmten Schulstunden zugeordnet. Das Publikum musste also eine Art Fortbildungsprogramm absolvieren. „Three little birds“ stellte die Biologiestunde dar, „Ride like the wind“ war Physik, der schottische Folksong des auf die Hinrichtung wartenden Delinquenten gehörte zur Geschichtsstunde - hierbei traumhaft schön die tiefen Männerstimmen. Lacher erntete die Zuordnung des Songs „Helpless“ zum Mathematikunterricht. Die Moderation durch einen Chorsänger sollte wohl den trockenen Deutschlehrer darstellen. Wahre Begeisterungsstürme erntete dann die Sportstunde: eine show-verdächtige Choreografie von artistischer Qualität.

Um im Bild zu bleiben: In dieser Formation haben die „Schüler“ wohl ihren eindeutigen Begabungsschwerpunkt im Französischen. Was das Duo Entre Nous - Thorsten Seydler mit Akkordeon und Ehefrau Ghislaine mit wunderbar-charmanter französischer Chansonstimme - bot, gehörte zu den Glanzpunkten des Programms. Natürlich durfte auch das Mariendorfer Damenquartett nicht fehlen: vier anmutige Chorsängerinnen, die mit vokalem und szenischem Talent ihre humorvollen Lieder darboten.

Einmal wieder zeigte sich Thorsten Seydler als der inspirierende Chorleiter, der Melodisches und Rhythmisch-Betontes immer sehr authentisch vermitteln kann - und natürlich ist er auch der große Publikums-Animateur, der auch immer darauf bauen kann, dass er sängerische Kräfte im Publikum sitzen hat, die ihn bei seinen gewagten Aktionen unterstützen. Die Fangemeinde muss sich bis zum nächsten Querbeat-Auftritt mit Soloprogrammen von Entre Nous und dem Damenquartett trösten.

Von Angelika Grosswiele

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.