Oliver Pick ist Seit 15 Jahren Werkstattleiter bei der Baunataler Diakonie Kassel – Mit Herzblut dabei

Der Chef ist immer ansprechbar

Werkstattleiter bei der BDKS: Oliver Pick sammelte dort als Zivildienstleistender erste Erfahrungen. Foto: De Filippo

Baunatal. Manche arbeiten seit Jahrzehnten bei der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS), andere erst seit wenigen Monaten. Einer, der am Standort Baunatal jeden Einzelnen von ihnen kennt, ist Oliver Pick. Als Werkstattleiter ist er Chef und erster Ansprechpartner - auch wenn es mal um persönliche Dinge geht.

Seine ersten Erfahrungen in der Einrichtung sammelte Pick bereits vor 25 Jahren: Damals absolvierte er seinen Zivildienst bei den Baunataler Werkstätten und schnell war klar, dass ihm die Arbeit mit geistig behinderten Menschen Spaß macht. Deshalb kehrte er nach seinem Maschinenbau-Studium auch gern zurück. „Im Jahr 2000 habe ich die Werkstattleitung übernommen.“ Zudem hat er die Verantwortung für den Geschäftsbereich Montage und Logistik.

360 Menschen arbeiten am Standort Baunatal in den verschiedensten Bereichen: Sie montieren zum Beispiel Bauteile für die Automobilindustrie, schneidern Berufskleidung und helfen bei der Logistik. Dabei zähle stets ein qualitativ hoher Standard, sagt Pick.

„Die Werkstattmitarbeiter machen ihren Job hervorragend“, weiß der 44-Jährige aus Nieste. Denn jeder habe einen Arbeitsschritt, auf den er spezialisiert sei. „Wenn ein Vorgang immer wiederholt wird, entwickeln die Beschäftigten eine große Sicherheit.“ Das hat sich natürlich längst herumgesprochen: Neben VW arbeiten viele regionale Unternehmen mit der Baunataler Diakonie Kassel zusammen.

Oliver Pick liebt seinen Job, und das liegt vor allem an seinen Mitarbeitern. „Die Ehrlichkeit und Herzlichkeit, mit denen geistig behinderte Menschen auf andere zugehen, sind schön“, sagt der zweifache Familienvater. Dass eine Distanz zwischen Chef und Mitarbeiter oft schwierig ist, mache ihm nichts aus. Im Gegenteil: „Meine Bürotür steht meistens offen“, sagt er. Denn wann immer einer der Beschäftigten ein Anliegen habe, könne er mit ihm sprechen.

Die Diskussion darüber, ob Behindertenwerkstätten sinnvoll seien, findet Oliver Pick überflüssig. „Diese Menschen brauchen Schutz und Begleitung“, weiß er aus langjähriger Erfahrung. Die meisten seiner Mitarbeiter - schätzungsweise 90 Prozent - hätten in der normalen Berufswelt keine Chance. Bei der Baunataler Diakonie Kassel seien sie unter sich, hätten Freunde. Woanders wären sie isoliert. „Dennoch: Wenn jemand geeignet ist und den Wunsch hat, außerhalb zu arbeiten, unterstützen wir ihn.“

Von Pamela de Filippo

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