Unsere Dina ist jetzt 100

Christine Träbing feierte 100. Geburtstag

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Fröhliches Geburtstagskind: Dina Träbing, die gestern 100 Jahre alt wurde, feierte mit Familie, Freunden und Nachbarn.

Helsa. Geboren ist sie in Sontheim, aufgewachsen im Schwalm-Eder-Kreis - und seit 78 Jahren mit Leib und Seele Helsaerin. Das wurde Dina Träbing 1935 durch ihre Heirat mit Konrad Träbing. Und hat beides nie bereut.

Gestern wurde die sympathische alte Dame, die hellwach, voller Energie und Humor ist, 100 Jahre alt. Mit der Familie, Freunden und ehemaligen Nachbarn feierte sie im Senioren- und Therapiezentrum Helsa, wo sie seit 2011 lebt.

Dina kennt doch jeder, heißt es in Helsa. Aber mancher wird gar nicht wissen, dass sie eigentlich Christine heißt. „Christine stand schon in der Geburtsurkunde, es war zu spät, da konnte Dina nur noch hinzugefügt werden“, erzählt sie.

Dina hatte immer ihren eigenen Kopf. Vor kurzem gestürzt, soll die Seniorin vorerst im Rollstuhl sitzen. Macht sie aber nicht. „Ich will doch mobil bleiben und nehme lieber den Rollator“, verrät sie fröhlich. „Damit laufe ich im Flur auf und ab“.

Als sie acht Jahre wurde, zog Dina, der Vater war Hufschmied, mit den Eltern und den beiden jüngeren Brüdern nach Welcherod bei Frielendorf. Mit 15 ging sie nach Waldeck-Frankenberg, um als Haustochter zu arbeiten. „Als ich zurückkam, schrieb ich gleich auf eine Anzeige in Kassel im Gasthaus ‘Wilder Mann‘, erzählt sie. „Ich wollte von zu Hause weg, mein Vater war nämlich wie eine Glucke“.

Im „Wilden Mann“ arbeitete die junge Frau als Dienstmädchen und lernte Konrad Träbing, ihren späteren Mann, kennen. Die beiden heirateten 1935, und das junge Ehepaar zog nach Helsa an die Berliner Straße 25.

Konrad Träbing war ein bekannter Maßschneider, der auch viele Kunden in Kassel hatte. Dina lernte nähen, schneidern, Buchhaltung, fand sich in jede Arbeit ein und führte gemeinsam mit ihrem Mann die Schneiderstube, in der drei Gesellen und ein Lehrling arbeiteten.

Sechs Schneider gab es damals in Helsa, also viel Konkurrenz, erzählen die beiden. „Ja, ja, aber Konrad war ein sehr guter Geschäftsmann, er hatte modernste Nähmaschinen und er liebte seinen Beruf“, erklärt Dina Träbing, die seit 1988 Witwe ist. An ihren Mann, über den sie und Tochter Brigitte, 1946 geboren, so viele lustige Geschichten zu erzählen wissen, denken beide gerne zurück.

„Oma Dina“

Etwas von ihrer Zielstrebigkeit hat die alte Dame wohl an ihre Nachkommen weitergegeben, sind sie sich einig. Außer Enkelin Alexandra hat Dina Träbing noch einen Urenkel, Simon Maximilian. Der Achtjährige, der sie bewusst nur „Oma Dina“ nennt, sagte zu seiner Lehrerin, meine Oma wird 100, ich brauche bitte zwei Tage frei.

Von Sabine Oschmann

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