Cirkus Sarrani gastiert in Weimar

Zirkus in Weimar: Kritik an Programm und Sicherheit

Zufrieden mit den Auftritten: Tiertrainer und Jongleur Maik Fischer freut sich über die Resonanz in Ahnatal. Foto: Kisling

Ahnatal. „Kampfstiere aus Barcelona, Riesenschlange und Kamelkarawane“ - mit diesen Versprechen wirbt der Circus Sarrani, der seine Zelte am Spielplatz am Seesenweg in Weimar aufgeschlagen hat, um die Gunst seiner Besucher. Sylvia Wenkel macht dieser Slogan sauer:

„In der Vorstellung gab es keinen Stier, kein Kamel, und die Schlange war aus Plastik“, ärgerte sich die Ahnatalerin, die zusammen mit ihrem Sohn eine Vorstellung im Circus Sarrani besuchte.

Man wolle nicht in jeder Show alles zeigen, sondern dem Publikum jedes Mal eine neue, attraktive Show bieten, entgegnet Tiertrainer und Jongleur Maik Fischer. „Immerhin haben wir 100 Tiere dabei“, preist Zirkusdirektor Alfredo Bügler, der sich nur Alfredo Sarrani nennt, und legt auch prompt mit einer Auflistung los: „Das Schaf mit den vier Hörnern aus Mexiko, das kleinste Pferd der Welt, das Pferd mit dem Menschenverstand, das rechnen und lesen kann, eine Kuh aus Indien …“

Und Direktor Sarrani lässt keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass er am Samstag 60 Jahre alt wird: „Daher gebe ich am Wochenende den Besuchern einen aus und alle Erwachsenen zahlen nur den halben Preis!“

Ein Schnäppchen, wie es scheint, immerhin wirbt der Zirkus mit „Preisen, die sich jede Familie leisten kann!“ Dennoch wurden die Wenkels für die eineinhalbstündige Aufführung gleich mal 29 Euro los. Doch was viel schlimmer für Mutter Sylvia Wenkel war: „Während der Show wurde der Eingangsvorhang zugeknotet. Bei einer Vorführung mit einem Feuerspucker ist das ein Verstoß gegen die Brandordnung.“

Diesen Vorwurf weist Tiertrainer Fischer entschieden zurück: „Wenn es windig ist, knote ich den Vorhang am Haupteingang zu. Aber beide Seitenausgänge sind jederzeit geöffnet, und zudem haben wir zahlreiche Feuerlöscher. Wir handeln gemäß der Verordnungen.“

Auch Wenkels Vorwurf, es gebe keine sanitären Anlagen, wurde seitens des Zirkus zurückgewiesen. Der Toilettenwagen sei lediglich an dem Tag defekt gewesen.

Über den Erfolg des Zirkus in Ahnatal scheiden sich ebenfalls die Geister. „Ahnatal ist eine Zirkusstadt. Wir haben hier 100 bis 200 Besucher an Tagen mit zwei Vorführungen“, freut sich Fischer. Verwunderlich, da die Vorführung, die Wenkel besuchen wollte, mangels Besuchern abgesagt werden musste. Zur Nachmittagsvorstellung hatten die 21 Besucher immerhin ausreichend Platz.

Am Wochenende steht für den Zirkus das große Finale auf dem Programm. Freitag und Samstag werden für die Besucher um 15 und um 18 Uhr Vorstellungen gegeben, am Sonntag findet eine Abschlussvorstellung um 10 Uhr statt, ehe der Sarrani aus der „Zirkusstadt Ahnatal“ weiterziehen wird. (ptk)

Hintergrund

Zirkus in der fünften Generation

Sarrani ist ein Dresdener Zirkus, den Alfredo Bügler bereits in der fünften Generation führt.

Erst im Dezember hatte der Zirkus Schlagzeilen gemacht, als er den Winter über in Detmold aufgrund finanzieller Schieflage mit dem gesamten Tross festhing. Immer wieder passiert es dem Zirkus, der laut Bügler 100 Tiere und 30 Artisten zählt, dass ihm das Geld ausgeht und er länger als geplant an einem Ort bleiben muss. (ptk)

Von Tobias Kisling

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