102 Kinder begaben sich bei Ahnataler Ferienspielen auf eine Reise in die Steinzeit

Im Clan auf Mammutjagd

Alles selbst gemacht: Der Clan „Trampelnde Mammutherde“ stellte Kleidung und Speere selbst her. Fotos: Kisling

Ahnatal. Leise müssen die Kinder vorgehen. Immerhin grast hinter dem nächsten Baum ein Mammut, das es zu erlegen gilt, um den Essensvorrat zu sichern. Der Befehl zum Angriff und die Holzspeere fliegen in Richtung des – zugegebenermaßen aus Pappe und Holz gebastelten – Mammuts. Bei der Rückkehr werden die Jäger von den anderen Kindern im Lager jubelnd empfangen. Eine Szenerie, die an die frühste Epoche der Menschheit erinnert.

Steinzeit lautete das Thema der Osterferienspiele. Seit Monaten planten die 20 Betreuer sowie Ahnatals Jugendarbeiter Wolfgang Blenkle und Umweltpädagoge Gerd Greskamp die Woche. 102 Kinder meldeten sich an – ein Rekordergebnis für die Gemeinde.

„Wir haben schon vor den Ferienspielen in unserer Freizeit den Wald präpariert, Gestrüpp beseitigt und Requisiten vorbereitet“, berichtete Ferienspielbetreuer Leo, der einen der Clans, wie die fünf eingeteilten Altersgruppen themenbezogen genannt wurden, leitete. Zahlreiche Urzeittiere wurden als Requisiten im Wald postiert, zudem besaß jeder Clan sein eigenes Totem.

Im Gegensatz zu den vergangenen Sommerferienspielen, bei denen mit dem Motto Orient der Reichtum an Kultur, Handelsgütern und Essen sowie die Gastfreundschaft thematisiert wurde, kehrte man mit der Steinzeit zu den lebenspraktischen Fähigkeiten zurück.

Das Anfangs schlechte Wetter passte dahingehend sogar zum Thema. „In der Steinzeit mussten die Menschen auch mit den ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln zurechtkommen. Diesen Wissensprozess haben die Kinder schnell verinnerlicht. Wenn es regnet, baut man eben eine Hütte und wärmt sich am Lagerfeuer“, erzählte der langjährige Ferienspielbetreuer Stephan Gerhold.

Verwendet wurden nur Naturmaterialien, um Kleidung, Waffen und Schmuck zu basteln. Gerd Greskamp fungierte als Händler und feilschte zwischen den Clans mit Steinzeitprodukten, von denen viele Werkzeuge originalgetreu nachgebaut worden waren.

„Völkerverständigung spielte zur Steinzeit wie heute eine Rolle. Unser Anspruch ist es, dass sich die Kinder wie in einer zweiten Welt fühlen, in der sie sich in die Alltagssituation von damals hineinversetzten können“, erklärte Greskamp.

Auch beim Essen versuchte man, sich so einfach wie möglich zu ernähren. Unterstützt von der Fleischerei Frölich, die 30 Kilogramm Braten spendete und zudem die Knochen abkochte, sodass die Kinder einen Einblick in die Jagd gewinnen konnten. Mit Kartoffeln und Möhren war das perfekte Steinzeitessen angerichtet.

„Entschleunigung stand im Vordergrund. Es erstaunte die Kinder, zu was die Steinzeitmenschen fähig waren. Aber die Arbeitsabläufe brauchten mehr Zeit“, meinte Wolfgang Blenkle und lobte den Einsatz der Ferienspielbetreuer, die den entworfenen Plan perfekt in die Tat umgesetzt hätten.

Von Tobias Kisling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.