OSC-Vorsitzender Roland Tölle im Interview über Investitionen des Vereins wie den Erweiterungsbau

Clubhaus zum Jubiläum fertig

Erweiterung: An das 1998 errichtete OSC-Clubhaus soll ab diesem Sommer ein 350 Quadratmeter großer Anbau für 350 000 Euro entstehen, der auch neue Trainingsmöglichkeiten für Vereinsmitglieder schaffen soll.

Vellmar. Der Obervellmarer Sportclub ist mit rund 2300 Mitgliedern der größte Sportverein Vellmars. Der Traditionsverein besitzt unter anderem ein eigenes Clubhaus, das 1998 errichtet wurde. Mit Zustimmung der Mitgliederversammlung wurde bereits im Frühjahr 2008 beschlossen, das Clubhaus an der Heckershäuser Straße zu erweitern. Doch bis heute wurde mit den Arbeiten nicht begonnen. Wir sprachen darüber mit Vereinsvorsitzendem Roland Tölle.

Herr Tölle, warum hat sich der Baubeginn verzögert?

Roland Tölle: Zunächst dauert es eine gewisse Zeit, bis die Wünsche aller Abteilungen in das Vorhaben eingearbeitet werden konnten. Als unsere Pläne dann fertig waren, wurden die Vorgaben der Baugenehmigungsbehörden geändert, sodass eine Aufstockung auf das vorhandene Gebäude aus statischen Gründen ausschied. Hinzu kamen die Pläne des Kreises, im Zuge des Konjunkturprogramms, die angrenzende Sporthalle zu sanieren. Um Synergieeffekte zu nutzen, haben wir dann auf eine eigene Heizung verzichtet und werden uns an die neue Pellet-Heizung der Sporthalle anschließen.

Sind die ursprünglichen Kosten gestiegen?

Tölle: Voraussichtlich werden die veranschlagten Kosten von 350 000 Euro um etwa zehn Prozent steigen. Genaueres wissen wir erst nach Ausschreibung und Vergabe aller Arbeiten.

Was genau soll gebaut werden?

Tölle: Insgesamt soll der Anbau eine Fläche von rund 350 Quadratmetern umfassen. 200 Quadratmeter davon sollen als Übungsraum mit Umkleiden genutzt werden. Der Rest wird als Multifunktionsraum und Lager benötigt. Außerdem wird die Geschäftsstelle innerhalb des Gebäudes verlegt und es entsteht ein Kassenhäuschen für den angrenzenden Sportplatz.

Wie wird das Vorhaben finanziert?

Tölle: Förderzusagen der Stadt Vellmar und des Landkreises Kassel in Höhe von zehn Prozent der Baukosten liegen bereits vor. Einen Zuschuss des Landes Hessen aus dem Sonderinvestitionsprogramm ist beantragt. Etwa 230 000 Euro müssen wir selbst finanzieren. Soeben ist die erste namhafte Spende eingegangen, und ich bin sicher, dass es noch weitere Spender geben wird. Natürlich ist das für den Verein ein Kraftakt, aber wir haben auch durch die Bauverzögerung bereits 80 000 Euro Rücklagen bilden können.

Warum investiert der OSC Vellmar eigene Mittel für Trainingsstätten, die normalerweise von der Kommune zur Verfügung gestellt werden?

Tölle: Ich bin der Auffassung, dass man erst Forderungen an Dritte stellen sollte, wenn man selbst bereit ist, auch etwas aus eigener Kraft dazu beizutragen. Wir können nicht immer nur nach der Unterstützung des Staates, in diesem Falle der Stadt, rufen. Auch Vereine sollten selbst Geld in die Hand nehmen und bereit sein, Risiko zu tragen.

Hat dies der OSC in der Vergangenheit schon so gehalten?

Tölle: Ja. Und das hat sich in unserem Verein jedenfalls bewährt. Unsere Mitgliederentwicklung der letzten Jahrzehnte wäre ohne die Investitionen in eigene Anlagen wie Trainingscenter, Clubhaus, Inline-Hockey-Platz oder die Stockbahn, niemals so erfolgreich gewesen. Wir haben unsere Sportangebote in eigenen Trainingsstätten stets ausgebaut und gleichzeitig Hallenzeiten an andere Vereine abgegeben. Hier ist Eigenverantwortung gefragt, und der kommen wir nach.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus für das Clubhaus ?

Tölle: Der Bauantrag ist gestellt. Sobald die Baugenehmigung kommt, wird ausgeschrieben, und im Sommer soll mit den Arbeiten zur Erweiterung des Clubhauses begonnen werden. Mein Wunsch wäre es, dass wir das neue Clubhaus 2012, dem Jahr, im dem der OSC Vellmar 120 Jahre alt wird, der Öffentlichkeit präsentieren können.

Von Werner Brandau

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