Familienmedientag bot Spiele und viele Tipps zum Verhalten im Internet

Computer lockt immer

Keine Angst vor Internetfalle: Melanie Schäfer und ihr Sohn Tim Wächter.

Baunatal. David Becker, Michél Leno, Marcel Humburg und Roman Gildenstern von der Klasse 10d sitzen in der Aula der Theodor-Heuss-Schule vor großen Bildschirmen, dirigieren PS-starke Boliden und lassen ihre Finger über die Tastatur fliegen, um ein Netzwerk für das Computerspiel aufzubauen.

Er spiele auch abends im Internet, das könne drei oder vier Stunden dauern, manchmal auch länger, erzählt Roman. Probleme gebe es damit nicht. Manchmal spielten auch die Eltern mit. Und nebenbei lerne man etwas über Datentechnik.

Nicht alle haben einen so entspannten Umgang mit den neuen Medien. Das wurde beim ersten Baunataler Familienmedientag in der Schule am Samstag deutlich.

Bei Elternabenden habe sich herausgestellt, dass es einen hohen Aufklärungsbedarf unter Vätern und Müttern gebe. Die seien häufig unsicher, ob das Surfen im Netz und die Computerspiele ihren Kindern schadeten, sagt ein Lehrer der Schule. Deshalb habe man mit dem Jugendbildungswerk der Stadt Baunatal und weiteren Kooperationspartnern diesen Tag organisiert.

Die Suchtgefahr von Internet und Computerspielen solle man nicht dramatisieren, sagen Rolf Isermann und Philipp Theis vom Diakonischen Werk, die im Projekt „Real life“ Hilfesuchende beraten. „Man sollte offen damit umgehen“, meint Isermann. Studien hätten ergeben, dass nur zwischen 0,5 bis 1,5 Prozent der Nutzer neuer Medien suchtgefährdet seien, sagt Theis. Bei den jungen Erwachsenen sei die Abhängigkeit allerdings am häufigsten.

Tim Wächter gehört zu denen, die sich mit den Gefahren gut auskennen. Der 14-Jährige hat auf der Internetplattform Facebook nur ganz wenige Dinge von sich preisgegeben. Er sei froh, dass er keine kompromittierenden Fotos ins Netz gestellt habe wie so manche seiner Altersgenossen, sagt Tim. Schließlich beginne er bald ein Praktikum im VW-Werk. Die könnten ihn ja auch schon mal googeln, glaubt er.

Der Computer hat auch seine Tücken. Da gehe schon viel Freizeit drauf, wenn ihr Ehemann, sie selbst und ihr Sohn im Netz unterwegs seien, sagt Melanie Schäfer, die Mutter von Tim. „Da macht dann jeder sein eigenes Ding“, berichtet sie.

Für regelrechte Zeitverschwendung hält das eine andere Mutter, die mit Ehemann und Sohn (17) beim Familientag unterwegs ist und ihren Namen nicht so gern in der Zeitung sehen möchte. Es gebe in ihrer Familie schon Diskussionen, wenn der Sohn zu lange im Netz surfe. Da habe er auch schon mal den Stecker herausgezogen, berichtet der Ehemann.

Von Peter Dilling

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