Entlastung der Straßen

45.000 Container jährlich: Vom Güterverkehrszentrum geht's in die Welt

Fuldabrück / Kassel. VW-Originalteile aus Baunatal, Natursteine aus Kaufungen, Papier aus Witzenhausen und Fahrzeug-Gussteile aus der Region werden jeden Tag aus Nordhessen in alle Welt befördert. Umgeschlagen werden die Waren zum großen Teil im Güterverkehrszentrum (GVZ) Kassel.

45.000 Container werden pro Jahr am Umschlagbahnhof von Lastwagen auf die Schiene verladen. „Das trägt zur Entlastung der Straßen bei“, sagte Kai Wittrock, Leiter der Wirtschaftsförderung Raum Kassel, im Gespräch mit der HNA. „Was auf der Schiene transportiert wird, geht nicht über die Autobahn.“

Die Auslastung sei „sehr gut“ - so gut, dass man etwas tun müsse, um den laufenden Betrieb zu verbessern. Denn in der Lise-Meitner-Straße stauen sich häufig die an- und abfahrenden Lastwagen und behindern den Verkehr der anliegenden Gewerbebetriebe. Geplant ist, auf 3500 Quadratmeter einen zusätzlichen Parkplatz für zehn Lastwagen vor dem Terminal zu errichten. Zurzeit befinde man sich in der Abstimmungsphase, sagte Wittrock.

Ein Gutachten sei in Auftrag gegeben und mehrere Varianten seien geprüft worden, um die Anlieferung und den Abtransport der Container zu verbessern.

Ausgelastet: Im Umschlagbahnhof im Güterverkehrszentrum werden pro Jahr 45 000 Container und Wechselbrücken von Lastwagen auf die Schiene verladen. Über einen zweiten Kran wird nachgedacht. Foto: GVZ/nh

Angedacht ist nun die Anlage der Stellplätze in Form eines Fischgrätensystems. Dabei fahren die Lkw vorn ein, parken schräg nebeneinander und können - je nachdem, welcher Container als Nächstes benötigt wird - nach hinten zum Umladekran ausfahren. Die Kosten für die Stellplätze werden mit 500.000 Euro veranschlagt. Im kommenden Jahr wolle man die Entscheidung treffen, 2016 solle das Projekt umgesetzt werden, so Wittrock.

Darüber hinaus gibt es Überlegungen, einen zweiten Portalkran anzuschaffen. Der jetzige Kran sei „im Dauereinsatz“. Die Abfertigungszeit wurde bereits auf Samstag ausgedehnt, die Züge werden also im Sechs-Tage-Betrieb beladen. Zwar unterliege das Speditionsgeschäft konjunkturellen Schwankungen, doch weitere Zuwächse seien zu erwarten. So gehe man etwa beim VW-Originalteile-Center OTC in Baunatal von einem jährlichen Wachstum in den nächsten fünf Jahren von vier bis 9 Prozent aus.

Die Entscheidung über den weiteren Ladekran werde aber erst in zwei, drei Jahren akut, meinte Wittrock. Die Kosten für den Kran liegen bei zwei Millionen Euro; um Fördermittel zu erhalten, müsse man den Betrieb über 20 Jahre sicherstellen.

Von Holger Schindler

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