Spezielles Nachmittagsangebot an der Gesamtschule Fuldatal für Jungen

„Coole Jungs“ fit für den Alltag

Die „Coolen Jungs“ sind Profis am Computer: Gianluca (11 Jahre/von links), Karim (10 Jahre), Luca (11 Jahre), Marco (12 Jahre) und Felix (12 Jahre) kreieren ihr eigenes Computerspiel. Fotos: Uminski

Fuldatal. Ob kochen, Wäsche bügeln, Yoga oder ein eigenes Computerspiel erstellen – in der Arbeitsgemeinschaft „Coole Jungs“ der Fuldataler Gesamtschule haben die Schüler jede Menge zu tun. Bei den wöchentlichen Treffen soll die soziale Kompetenz der Jungen gestärkt und durch Erfolgserlebnisse ihr Handeln bestärkt werden.

Das spezielle Nachmittagsangebot an der Fuldataler Gesamtschule richtet sich an alle Jungen der Jahrgänge fünf bis sieben. Neben der aktiven Mitgestaltung der Treffen steht vor allem die Kommunikation im Mittelpunkt.

Routiniert tippt der elfjährige Gianluca auf der Tastatur herum und überarbeitet das Startbild seines Computerspiels. „Ich finde den Kurs gut, weil wir hier lustige Sachen machen“, betont der Schüler. „Als ich den AG-Zettel bekommen habe, ist mir der Kurs sofort ins Auge gesprungen“, sagt Marco (12). Er betont, dass er durch das Angebot besser mit dem Computer umgehen könne.

Ähnlich sieht es auch der zwölfjährige Felix. „Das Kochen hat auch sehr viel Spaß gemacht.“ Karim (10) ist mit allen Angeboten des Kurses zufrieden. „Ich habe neue Yoga-Figuren kennengelernt.“

Viele Jungs seien durch schlechte Schulnoten eingeschüchtert, betont Kursleiter Sebastian Pillkowsky. „Das versuchen wir hier durch positive Erlebnisse auszugleichen.“ Betten beziehen, Kochen, Waschen, Hemden bügeln und zusammenlegen – bei allen Aktionen geht es um die Förderung der Gemeinschaft und die Stärkung der Kommunikation. „Die Schüler sollen lernen, Dinge kritisch zu hinterfragen und über den Tellerrand zu schauen“, sagt der Englisch- und Deutschlehrer.

Wie wichtig ein Angebot speziell für Jungen ist, betont Schulleiterin Christine Saure. „Jungs brauchen in der Gesellschaft einen besonderen Stellenwert und hier können sie Jungs sein.“ Außerdem biete der Kurs den Jungen ein Forum, in einer Zeit, in der die Schüler mit weiblichen Lehrkräften und fehlenden Vaterfiguren konfrontiert werden. Saure: „Daher ist es auch wichtig, dass der Kurs von einer männlichen Lehrkraft geleitet wird.“

Wie positiv sich der Kurs auf das Verhalten einiger Kursteilnehmer auswirkt, beschreibt Sebastian Pillkowsky. „Ich hatte einen Jungen im Kurs, der durch sein aggressives Verhalten auffiel und sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, sodass es diese Ausschreitungen bei ihm nicht mehr gab.“ Der Kurs verfehlt seine Wirkung nicht. Daher sind sich auch die Schüler einig: „Im nächsten Schuljahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei.“

Von Johanna Uminski

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