Brücke am Steinertsee ist marode – Vorbild für einen Ersatzbau ist die neue Holzbrücke bei Niederkaufungen

Mit Dach bequem über die Losse

Beliebter Zugang zum Naherholungsgebiet Steinertsee: Die Holzbrücke über die Losse ist nach über 30 Jahren so marode, dass sie durch einen Neubau ersetzt werden muss. Unser Foto zeigt Julia Silies und Tim Langlotz mit ihrem Sohn Pau. Fotos: Stier

Kaufungen. Nach über drei Jahrzehnten ist die Holzbrücke für Fußgänger und Radler, die nahe dem Hotel Steinertsee die Losse überspannt, so marode, dass Reparaturen sich nicht mehr lohnen. Im Haushalt 2013 sind daher 130 000 Euro für einen Neubau eingeplant.

Eine akute Gefahr bestehe bei der Brückenbenutzung nicht, nachdem erst vor drei Jahren die Bodenplanken erneuert wurden, erläuterte Kaufungens Bauamtsleiter Jürgen Christmann auf Nachfrage der HNA. Gleichwohl zwängen verfaulende Querträger und eine Vielzahl anderer Mängel an der Konstruktion die Gemeinde zum Handeln.

„Ob auch die Fundamente angegriffen sind, wissen wir erst, wenn wir die Brücke abgerissen haben“, sagte Christmann. Seien diese Fundamente noch zu benutzen, müssten auch keine 50 000 Euro für eine neue Gründung ausgegeben werden.

Fest stehe, dass eine neue Brücke praktisch ein Zwilling der überdachten Lossebrücke werden soll, die der Kaufunger Zimmerermeister Marc Keating im Jahr 2011 für die Überquerung der Losse bei Niederkaufungen im Zuge des Fernradwanderweges Herkules – Wartburg errichtet hatte.

Das Dach soll natürlich auch Radler und Fußgänger schützen, in erster Linie jedoch die Holzkonstruktion vor Regen und Schnee bewahren und so die Haltbarkeit um Jahrzehnte verlängern, meinte Christmann.

Nur Fundamente bezahlt

Ob die neue Brücke wieder von Keating gebaut werden kann, ist offen. Der Grund: Die Brücke bei Niederkaufungen ist das Geschenk eines Kaufunger Unternehmers an die Gemeinde, die lediglich die Fundamente bezahlen musste.

Die neue Brücke aber muss die Gemeinde ganz bezahlen; sie ist zu einer öffentlichen Ausschreibung der Arbeiten verpflichtet. An der, so Christmann, könne sich natürlich auch Keating beteiligen. Für Bürgermeister Arnim Roß (SPD) hat die Brücke einen hohen Stellenwert. „Viele Kaufunger wären enttäuscht, wenn es diesen wichtigen Zugang zum Naherholungsgebiet Steinertsee nicht mehr gäbe“, sagte Roß. Er stellt allerdings zur Diskussion, ob der Neubau wieder an derselben Stelle erfolgen müsse. „Die geplante Wohnbebauung des Festplatzes könnte auch eine neue Wegführung nötig machen“, sagte Roß.

Baubeginn im Frühjahr

Bauamtschef Christmann rechnet damit, dass mit dem Neubau schon im Frühjahr begonnen werden kann. Die neue Lossebrücke könne dann sicher schon in diesem Jahr genutzt werden.

Von Thomas Stier

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