Ozonanlage galt als modern

Drei Tage Geburtstagsfeier: Hallenbad Vellmar wird 40 Jahre alt

Dachkonstruktion: Einer Welle nachempfunden ist das Dach des Vellmarer Hallenbades, das vom Architekturbüro Braun & Säckl entworfen worden war. Archivfoto: nh

Vellmar. Seit 40 Jahren gibt es das Hallenbad in Vellmar, das bei seiner Eröffnung im November 1973 dank seiner Ozonanlage als besonders modern galt. Von Freitag, 29. November, bis Sonntag, 1. Dezember, soll das 40-jährige Bestehen des Hallenbades jetzt gebührend gefeiert werden.

Das Dach bildete die Form einer Welle nach, eine Ozonanlage machte den Einsatz von Chlor nahezu überflüssig, der Zugang erfolgte über eine moderne automatische Kassenanlage - von einem „Hallenbad der Superlative“ schrieb die Hessische Allgemeine kurz vor der Eröffnung des Bads in Vellmar am 30. November 1973.

Die Planungen vom Vellmarer Architekturbüro Braun & Säckl gingen bis zum Dezember 1971 zurück. Damals stellten die Fraktionen von SPD, CDU und FDP in der Vellmarer Stadtverordnetenversammlung den Antrag, mit dem Bau des Hallenbades in zentraler Lage zu beginnen. Er ging aus einer Umfrage unter den Vellmarer Bürgern zur Stadtentwicklung hervor, bei der das Bad-Projekt eine zentrale Rolle gespielt hatte.

Mitte Dezember wurden erste Pläne für das Hallenbad vorgestellt, das eine Schwimmhalle mit drei Becken erhalten sollte, darunter das große 25-Meter-Becken und ein Drei-Meter-Sprungturm. Dazu gab es eine moderne Sauna im Untergeschoss und ein dem Bad angeschlossenes Restaurant, von dem aus die Gäste das Treiben im Bad durch große Glasscheiben beobachten konnten.

Heizkörper verschwanden

Bis das neue Hallenbad jedoch am 30. November 1973 eröffnet wurde, lief nicht alles reibungslos. Noch kurz zuvor hatten Vertreter des Gemeindevorstands moniert, dass die Diebstähle an der Baustelle Hallenbad stark zugenommen hätten. So seien Heizkörper, die für das Bad gedacht waren, über Nacht verschwunden.

Und im Mai 1973 gab es eine heftige Kontroverse um die Baukosten, nachdem diese von ursprünglich einmal 4,8 auf 5,4 Millionen Deutsche Mark (rund 2,7 Millionen Euro) gestiegen waren.

Nachdem sich das Bad längst als fester Bestandteil der Freizeitaktivitäten in Vellmar etabliert hatte, musste nach knapp 35 Jahren saniert werden: Bei einer Routineuntersuchung waren im Sommer 2006 Risse im Beton festgestellt worden. Auch die Technik war inzwischen veraltet. Im Mai 2008 wurde mit den Arbeiten begonnen, die rund eine Million Euro kosteten. Im November 2008 wurde die Anlage wieder eröffnet.

Große Pläne mit dem Hallenbad scheiterten jedoch. Eine Kooperation mit der Stadt Kassel zerschlug sich. Damals sollte Vellmar von Kassel eigentlich die Einzugsgebiete Kirchditmold, Rothenditmold und Harleshausen übernehmen, nachdem marode Kasseler Bäder vor der Schließung standen. Aber Kassel entschied sich für den Neubau des Auebades.

Von Stefan Wewetzer

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