Handwerker weist auf Missstände bei der Mehrzweckhalle Eichhecke in Ihringshausen hin

Ein Dach ohne Notüberlauf

Ablauf: Dachdecker Dieter Pritschens von der Firma Tschinkel an einem der vier Gullys auf dem Flachdach. Nach heutigen Vorschriften müsste in unmittelbarer Umgebung ein Notüberlauf in der Wand, die das Dach eingrenzt, eingebaut sein.

Fuldatal. Undichte Stellen und damit eindringende Feuchtigkeit sind bei Flachdächern häufig ein Problem. So auch derzeit bei der Mehrzweckhalle Eichhecke in Ihringshausen. Als Dachdecker Wolfgang Tschinkel jetzt das Gebäude der Gemeinde zur Reparatur bestieg, fiel ihm gleich ein weiterer Missstand auf: „Es fehlen Notüberläufe.“

Sicherlich galten damals, als die Halle errichtet wurde, andere Vorschriften, räumt der Handwerker ein. Die Mehrzweckhalle ist 1973 gebaut worden. Seit rund 15 Jahren gelte aber die Fachregel des Dachdeckerhandwerks, „bei jeder Wannenkonstruktion muss es zwingend Notüberläufe geben“, sagt Tschinkel.

Und eine solche Konstruktion liege bei der Mehrzweckhalle vor, die die benachbarte Gesamtschule für den Sportunterricht nutzt. Das rund 1200 Quadratmeter große Flachdach ist in Längsrichtung in der Mitte erhöht. Von dort fällt die Konstruktion mit den Grünschiefer-Schweißbahnen als oberster Schicht leicht nach außen ab. Laut Tschinkel mit einem Gefälle von zwei Prozent.

Umrandet ist das Dach mit einer Mauer. Daher könne sich Regenwasser und auch schmelzender Schnee auf dem Dach stauen, wenn sie nicht abfließen könnten, weil zum Beispiel die Gullys verstopft sind. „Dann gibt es hier oben ein Schwimmbad“, meint der Dachdecker. Mit einer Last von mehreren Hundert Tonnen. Über die fehlenden Notüberläufe informierte Wolfgang Tschinkel die Gemeinde. Und auch darüber, dass er die vorhandenen Gullys für zu gering dimensioniert hält. Das ganze Dach werde über lediglich vier Abläufe – an jeder Ecke einen – von jeweils 15 Zentimeter Durchmesser entwässert.

Der Handwerker wundert sich, dass all dies nicht schon vorher jemandem aufgefallen ist. Die Kritik richtet sich in erster Linie an Kollegen seines Berufsstandes. „Ich bin nicht der erste Dachdecker, der auf der Mehrzweckhalle steht. Das dürften in den vergangenen Jahren mehrere gewesen sein“, meint Tschinkel.

Für die Gemeinde, die positiv auf seine Hinweise reagiert habe, erstelle er jetzt eine Berechnung, welche Entwässerungsleistung das Dach der Halle nach aktuellen Vorgaben haben müsste.

Von Michael Schräer

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