Holzbaufirma Langhuth besteht heute seit 100 Jahren – 13 Mitarbeiter in Vollmarshausen beschäftigt

Vom Dachstuhl zum Öko-Haus

Schwere Arbeit: Seit 100 Jahren existiert der Familienbetrieb Holzbau Langhuth. Früher wurden die Bäume noch selbst im Wald geschlagen, bevor sie im eigenen Betrieb gesägt und weiter verarbeitet wurden. Foto: privat / nh

Lohfelden. Jürgen Langhuth streicht mit den Händen über die Wände und die Dielen seines Büros. „Schnell, warm, trocken“, sagt der Firmenchef in vierter Generation und beschreibt damit die Vorzüge von Holz als Baustoff für Häuser. Damit ist seine Firma zukunftsweisend, Niedrigenergie- oder Passivhäuser liegen im Zeichen der Energiewende im Trend. Etwa 13 baut die Firma pro Jahr, schlüsselfertig oder als Ausbauhaus, ganz wie der Kunde das wünscht.

Der Werkstoff Holz hat sich an den Wandel der Zeit angepasst. Ganz besonders gilt das für den Familienbetrieb Langhuth in Vollmarshausen. Heute ist es genau 100 Jahre her, dass Langhuths Urgroßvater Hermann seine Zimmerei an der Kasseler Straße 17 in Wellerode eröffnete.

Per Hand geschnitten

Er holte, wie später sein Nachfolger und Sohn Konrad, die Baumstämme noch selbst aus dem Wald. Er schnitt sie auf dem Firmengrundstück zu, erst per Hand, später mit einer von einer Dampfmaschine betriebenen Säge, deren Pausenpfiff für viele Welleröder Landarbeiter das Signal war, zum Mittagessen zu gehen.

Im Winter gab es nichts zu verdienen, weil die Baustellen ruhten. Deshalb war der Firmengründer im Zweitberuf Metzger. Särge schreinerte er auch. Heute betreut Langhuths Ehefrau den Bestattungsbetrieb der Firma, die Särge werden allerdings schon lange zugekauft.

Vor 25 Jahren umgezogen

Die Zimmerei wuchs, man zog auf ein größeres Grundstück an der Goethestraße. Mitte der 50er-Jahre übernahm Konrad Langhuth den Betrieb. Mit dem Wirtschaftswunder ging es weiter aufwärts. Konrads Söhne Theo und Horst arbeiteten als Zimmer- und Schreinergesellen mit. Theo übernahm 1973 die Leitung. Vor 25 Jahren zog der Betrieb auf das heutige Firmengelände eines ehemaligen Betonwerks in Vollmarshausen um, weil in dem Welleröder Wohngebiet eine Erweiterung nicht möglich war.

Jürgen Langhuth, der auch für die Liberalen im Söhrewalder Gemeindeparlament sitzt, führt das Unternehmen seit 1994. Die Zukunft scheint gesichert: Zwei seiner vier Kinder begeistern sich für den Holzbau. Tochter Teresa ist Zimmer- und Dachdeckermeisterin, Sohn Jonas arbeitet als Zimmermeister ebenfalls mit.

Der Bau von modernen Holzhäusern, Wärmedämmung und die Sanierung von Altbauten sind eine wichtige Säule des Unternehmens, das nach Langhuths Angaben zuletzt 1,6 Millionen Euro Umsatz machte und 13 Mitarbeiter hat, darunter einen Auszubildenden. Im Herbst soll ein Lehrling dazu kommen.

Die Arbeit hat sich mit der Zeit gewandelt. Vieles, was früher von Hand gemacht wurde, erledigen heute Maschinen. Langhuth verbringt immer mehr Zeit am Schreibtisch, wo er zeichnet und Angebote schreibt. Der Wettbewerb sei hart, sagt der 55-Jährige.

Von Peter Dilling

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