100 Mal "Darf ich bitten?"

Tanzabend im Waldhotel Schäferberg seit Jahren sehr beliebt

Besucher aus nah und fern: Zum 100. Mal fand am Sonntagabend im Espenauer Waldhotel Schäferberg die monatliche „Dancingtime* statt. An die 40 Paare besuchen jedes Mal die Veranstaltung und tanzen den ganzen Abend. Fotos: Hoffmann

Espenau. An die 40 Tanzpaare haben sich am Sonntagabend im Waldhotel Schäferberg aufs Parkett gewagt, um bei der 100. „Dancingtime" Swing, Jive, Walzer und Co. zu tanzen.

Espenau. Bertel Tolle fackelt nicht lange. Es ist kurz nach halb sieben, gerade hat er es sich am runden Tisch im Hotel Schäferberg gemütlich gemacht, als er direkt wieder aufspringt, sein Gustchen an die Hand nimmt und auf die Tanzfläche führt. Sanft legt er seinen Arm um sie - und los.

Eins, zwei, drei, vier. Eins, zwei, drei, vier. Die Rhythmen, die einen Hauch Tanzcafé-Atmosphäre längst vergangener Zeiten in den Hotel-Wintergarten zaubern, scheinen ohne Umwege ins Blut zu gehen. Nicht nur in das von Bertel und Gustchen Tolle. An die 40 Tanzpaare sind am Sonntagabend gekommen, um mit Hoteldirektor Axel Brandt und Musikus Klaus Schelzig die monatliche „Dancingtime“ zu zelebrieren, und das bereits zum 100. Mal.

Ungefähr genau so oft haben auch die Tolles hier schon ihre Tanzrunden gedreht - weil es „einfach so viel Spaß macht“, sind sie sich einig. Dabei ist es gar nicht selbstverständlich, dass die zwei den flotten Foxtrott derart beschwingt aufs Parkett legen, mit dem die erste Hälfte des Tanzmarathons beginnt.

Die Jüngsten nämlich sind sie nicht mehr - sie 80, er 85. „Das ist jahrelanges Training“, sagt Bertel Tolle. „Wir tanzen schon seit über sechs Jahrzehnten zusammen, das hält jung und fit“, fügt seine Frau hinzu. Alle Standardtänze seien ihnen gleich lieb, nur der Walzer, der gehe ihnen mittlerweile zu sehr an die Substanz. Cha-Cha, Rumba, Tango - auf die Vielfalt der Standardtänze komme es an.

Um jene Vielfalt geht es auch Klaus Schelzig, der vor gut zehn Jahren die Idee zur „Dancingtime“ hatte und damit sofort auf offene Ohren im Hotel Schäferberg stieß. „Ich mache seit vielen Jahren Tanzmusik, und irgendwann ist mir aufgefallen, dass es immer weniger Gelegenheiten zum Tanzen gibt, insbesondere zu Live-Musik“, sagt der Ehrstener Profimusiker.

„Es hat eine Weile gedauert, bis es sich herumgesprochen hat, mittlerweile aber haben wir viele Stammgäste, die jeden ersten Sonntag im Monat zu uns kommen.“ Viele Freundschaften seien mit der Zeit entstanden, eine richtige kleine Gemeinschaft habe sich gebildet und dabei komme es nicht darauf an, wie gut jeder Einzelne tanze. „Bei uns tanzen alle zusammen, vom Hobby- bis zum Profitänzer“, sagt Schelzig, der sich vor allem darüber freut, dass seine Gäste mittlerweile aus allen Teilen der Region zu ihm kommen.

„Lange Zeit hat es eine Art Sehnsucht nach Tanz in ungezwungener Atmosphäre gegeben, hinzu kommt, dass das Thema Tanz insgesamt in Deutschland aktuell sehr angesagt ist, das merken nicht nur die Tanzschulen, sondern auch wir.“

Tatsächlich sind zum Jubiläumsabend derart viele Tanzfans gekommen, dass Hotelmitarbeiter kurzerhand ein Buffet abbauen müssen, um mehr Platz zu schaffen. Wie Gustchen und Bertel Tolle nämlich können es auch die übrigen Paare nicht abwarten, flotten Schrittes in die 100. Dancingtime zu starten.

Von Sascha Hoffmann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.