Die Meldenummer der Stadt Barcelona bringt Stefanie Flohr einige Vorteile – Ärger mit Handwerkern

Nun darf sie endlich Rad fahren

Steffi Flohr auf Besichtigungstour: Natürlich hat sie sich die Sagrada Familia, die unvollendete Kirche des berühmten Baumeisters Antonio Gaudi, schon einige Male angeschaut.

Barcelona / Baunatal. Seit einigen Wochen bin ich ganz offiziell Bürgerin der Stadt Barcelona. Das macht mich auch mobiler. Hier gibt es nämlich einen öffentlichen Fahrradverleih, der viel praktischer und angenehmer ist, als sich bei 30 Grad in die Metro zu setzen. Dafür braucht man aber eine Meldenummer.

Dieses sogenannte Bicing funktioniert so: An mehreren hundert Punkten in der ganzen Stadt gibt es Fahrradständer, wo man sich ein Rad nehmen kann. Dann hat man eine halbe Stunde Zeit, mit diesem Rad zu fahren und gibt es dann wieder an einer dieser Stationen zurück.

Bicing-Karte

Um aber so ein Rad ausleihen zu können, muss es mit einer Bicing-Karte freigeschaltet werden, damit sich nicht jeder einfach eins nehmen kann. Eine solche Karte bekommt man jedoch nur, wenn man die NIE besitzt, die offizielle Meldenummer in Barcelona.

Um also in Barcelona Fahrrad fahren zu dürfen, musste ich mich melden. Das verläuft ganz unproblematisch und unbürokratisch. Innerhalb eines Vormittags und nach Zahlung von 10 Euro war ich dann endlich Bürgerin und konnte mich zum Radfahren anmelden. Das wiederum kostet 30 Euro und ist für ein Jahr gültig.

Viele Stationen

Gerade jetzt in der Hitze ist es viel angenehmer, schneller, und ich sehe mehr von der Stadt als mit der Metro. Es kann jedoch auch vorkommen, dass gerade kein Bicing an der Station, von der ich abfahren möchte, vorhanden ist. Oder kein freier Stellplatz, wenn ich das Rad abgeben möchte. Eigentlich ist das aber auch nie ein Problem, denn es gibt hier so viele Stationen, dass der Weg zur nächsten nie weit ist.

Mittlerweile sind Schul- und auch Semesterferien, was sich deutlich am Strand bemerkbar macht. Der Touristenstrand Barceloneta ist schon seit Mai gut gefüllt, aber seit einer Woche werden auch die angrenzenden, etwas größeren Strände voller. Dass die Hauptsaison begonnen hat, merke ich auch an den Preisen. Restaurants und Sehenswürdigkeiten sind seit Mai teurer geworden. Trotz angehobener Preise gibt es im Moment auch Rabatte: Seit dem 1. Juli hat der Sommerschlussverkauf begonnen, und vieles wurde um etwa 50 Prozent reduziert. Deshalb hatten die Geschäfte sogar an einem Sonntag offen. Bereits am Freitag standen Schlangen vor Geschäften und es wurde immer nur eine begrenzte Zahl an Kunden hineingelassen. Die Spanier waren regelrecht im Kaufrausch.

Mañana, mañana

Aber so aktiv wie sie einkaufen, so passiv verhalten sie sich manchmal beim Arbeiten. Letzte Woche durfte ich erfahren, dass die für Spanier so typische Arbeitseinstellung „Mañana, mañana“ (morgen, morgen) kein Gerücht ist.

In unserem Haus ist der Strom ausgefallen, weil die Leitung beschädigt wurde. Anfänglich sollte die Reparatur zwei Stunden dauern, dann wurden wir im Stundentakt vertröstet. Nachts um 1 Uhr sollte dann wieder alles funktionieren - am nächsten Tag um 12 Uhr mittags hatten wir tatsächlich wieder den so dringend nötigen Strom.

Von Stefanie Flohr

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