Anwohnerin wartet auf eine Lärmschutzwand entlang der B 3 in Ihringshausen – Kritik an Verzögerung

„Das ist doch die reine Zumutung“

Berechnungen: So verteilt sich der Schall nach den Berechnungen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen im Bereich der Kreuzung Stockbreite (rechts) - je dunkler, desto mehr Lärm. Gelb eingezeichnet sind die vorhandene Lärmschutzwand (oben) und die vier Teile der geplanten. Grafik: ASV/nh

Fuldatal. Ruth Knobel ist verzweifelt. „Was hier für ein Lärm ist, das kann sich keiner vorstellen. Das ist doch die reine Zumutung“, sagt die Anwohnerin der Kreuzung Stockbreite. Seit Jahren kämpfen die Seniorin und weitere Nachbarn um eine Verbesserung der Situation entlang der Bundesstraße 3 im Grenzgebiet von Kassel und Fuldatal.

Aber trotz aller Versprechen sei bislang nichts geschehen. „Es ist, als wenn man auf taube Ohren stößt“, sagt die 77-Jährige. Vor wenigen Tagen erst habe sie beim Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) angerufen und erfahren, dass in diesem Jahr nicht mehr mit dem Bau einer Lärmschutzwand zu rechnen sei. Ruth Knobel kann gar nicht sagen, was sie mehr aufregt, der Straßenlärm oder die sich immer weiter hinziehenden Gegenmaßnahmen.

Die Vorgeschichte: Seit Ende 2003 rollt der Verkehr über die Umgehungsstraße Ihringshausen. Mit dem Neubau der Verkehrsader war im Bereich Stockbreite auf der Westseite eine Lärmschutzwand errichtet worden.

Nach Angaben des ASV mit einer schallschluckenden Oberfläche, von der auch die Anwohner auf der Ostseite profitieren sollten. Die Hausbesitzer und Mieter an der Ihringshäuser Straße in Kassel, der Veckerhagener Straße, den Straßen Grenzweg, Im Gelinge, Herderstraße und Artikelweg beklagten sich aber über deutlich mehr Verkehrslärm als vor dem Bau.

Nach den Protesten und Nachmessungen hatte das ASV im Sommer 2006 eingelenkt und auch für die Ostseite der Bundesstraße eine Lärmschutzwand zugesagt. Diese besteht genaugenommen aus vier Teilen und soll bis zu 3,50 Meter hoch sein. Der erste Teil beginnt auf Kasseler Gebiet, der zweite ab Grenzweg Richtung Ihringshausen. Es soll dann einer Richtung Bundesstraße versetzt werden, ab Herderstraße schließt sich das letzte Stück an. Dies würde auch das Grundstück von Ruth Knobel gegen den Straßenlärm abschirmen.

Im Frühjahr sei eine Firma da gewesen, um ihr Grundstück zu vermessen, sagt die Hausbesitzerin. „Ich habe gedacht, jetzt geht es los.“ Schließlich habe das ASV im Herbst 2009 während einer Informationsveranstaltung den Baubeginn für 2011 angekündigt. Anfang Juni kam ein Schreiben der Behörde mit einer Skizze ihres Grundstückes und den möglichen Wandelementen.

Nun erneut die Verzögerung. „Was fehlt denn jetzt noch?“, fragt Knobel. Auch sie müsse endlich planen können. Da die Lärmschutzwand auf ihrem Grundstück errichtet werden soll, müssen die vorhandene Hecke, Büsche und Bäume weichen. Nach dem Bau will Ruth Knobel die Wand von innen wieder begrünen. Pflanzen hat sie hierfür bereits gezogen. Dass sie mit ihren Arbeiten loslegen, wieder ohne Lärm draußen sitzen oder bei offenem Fenster schlafen kann, darauf wartet die Seniorin weiter. DAS SAGT...

Von Michael Schräer

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