Über 1400 Paare getraut

40 Jahre als Standesbeamtin: „Das ist mein Traumjob“

+
Historische Aufzeichnungen: Petra Bierwisch zeigt ein Geburtenbuch des Standesamts Lohfelden mit Eintragungen aus dem Jahre 1928.

Lohfelden. Petra Bierwirth war 1986 die erste Frau, die im Lohfeldener Rathaus als Standesbeamtin fungierte. Jetzt beging die 55-jährige Diplom-Verwaltungswirtin ihr 40-jähriges Dienstjubiläum.

„Das ist bis heute mein Traumjob“, sagt die Lohfeldenerin, die nach Tätigkeiten im Einwohnermeldeamt und in der Gemeindekasse zur Standesbeamtin ausgebildet wurde. Inzwischen hat Petra Bierwirth über 1400 Mal das Ja-Wort gehört und bei den individuell gestalteten Trauungen Brautpaare glücklich gemacht.

Kein einziges „Nein“

„Nein“ habe vor ihr keiner gesagt. Lediglich ein Paar sei zu dem vereinbarten Beurkundungstermin nicht erschienen, sagt Petra Bierwirth, die über die Gründe dafür nicht spekulieren will.

Als „sehr spannend“ empfindet es die erfahrene Standesbeamtin, dass sie heute Kinder von Paaren trauen dürfe, die früher selbst vor ihr die Ehe geschlossen haben. Highlights auch für sie seien Trauungen ausländischer Mitbürger in der Kleidung ihrer Heimatländer gewesen: „Eine Braut aus Sri Lanka trug einen Sari mit langem Rock, dazu ein wunderschönes, ein bisschen bauchfreies Oberteil“, sagte Petra Bierwirth.

Eheschließung im alten Schlauchturm: Unser Foto zeigt Standesbeamtin Petra Bierwirth bei der Trauung eines Brautpaares im Dezember 2011 in Vollmarshausen.

Eine Eheschließung, so die Standesbeamtin weiter, habe sie auf Wunsch der Brautleute in Motorradkleidung vollzogen. Anschließend habe der ganze Motorradclub mit 20 Maschinen vor der Tür Spalier gestanden.Gut erinnern kann sich Petra Bierwirth auch an den 6. 6. 2006, an dem in Lohfelden 6 Paare getraut wurden.

Seit fast zwei Jahren kann man in Lohfelden auch im früheren Vollmarshäuser Feuerwehr-Schlauchturm heiraten. 2012 fanden dort 17 von insgesamt 62 Trauungen statt, in diesem Jahr stehen bis Oktober schon 20 Termine fest. „Die Paare suchen heute außergewöhnliche Orte.“ Hinzu komme, dass Einheimische gern in der Nähe heiraten möchten, sagt Petra Bierwirth. Einmal habe sie im Schlauchturm sogar einen aktiven Feuerwehrmann aus einem Wohnort in einem benachbarten Landkreis getraut, dessen Kameraden mit der kompletten Ausrüstung und dem Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr vor der Tür standen.

Die ersten Paare hat Petra Bierwirth noch in dem mit Stuckelementen verzierten Trauzimmer des Alten Rathauses getraut. „In anderen Gemeinden gibt es Burgen oder Schlösser, wir haben den historischen Schlauchturm“, sagt die langjährige Standesbeamtin. (ppw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.