Neujahrsempfang der FDP – documenta und Stimmen zur Lage der Partei – Ehrengast: Ex-Regierungspräsident Heinz Fröbel

„Das müssen wir jetzt durchstehen“

Liberalen-Treff in der Orangerie: Mechthild Dyckmans (FDP-Chefin im Stadtgebiet, von links), Björn Sänger (Kreisvorsitzender), Ex-Regierungspräsident Heinz Fröbel und documenta-Sprecherin Henriette Gallus. Foto:  Schwarz

Kreis Kassel. Eine Einstimmung ins documenta-Jahr gab es beim Neujahrsempfang der FDP am Dienstagabend. In der Orangerie gab documenta-Pressesprecherin Henriette Gallus den 220 Gästen Ausblicke auf die internationale Kunstschau. Die werde „mehr als eine Ausstellung – eher ein Bewusstseinszustand“, kündigte die Vortragsrednerin an.

Der Bewusstseinszustand der FDP in Stadt und Kreis angesichts katastrophaler Umfragewerte kam bei der Veranstaltung nur am Rande zur Sprache. Da konnte der Slogan „Herausforderungen meistern“ auf einem ausgehängten FDP-Plakat durchaus mehrdeutig verstanden werden. Die Kasseler Parteichefin Mechthild Dyckmans sprach in ihrer Begrüßung von einer „nicht gerade einfachen Zeit für uns Liberale“. Deutlicher wurde Partei-Urgestein Heinz Fröbel: Er fühle sich an die Zeit vor bald 30 Jahren erinnert, nachdem in Bonn die sozialliberale Koalition auseinandergebrochen war. „Das müssen die Aktiven jetzt durchstehen“, meinte im Privatgespräch der ehemalige Regierungspräsident, dessen 90. Geburtstag beim Empfang nachgefeiert wurde. In seinen Dankesworten an die Festgesellschaft sagte Fröbel: „Ich werde der Partei treu bleiben – in der Erwartung, dass auch wieder bessere Zeiten kommen.“

Gäste aus anderen Parteien

Geehrt wurde weiterhin die langjährige Stadtverordnete Heidrun Göbel-Feußner, die Ende Dezember 70 Jahre alt geworden ist. Sie erhielt die Theodor-Heuss-Medaille für 40 Jahre Mitgliedschaft in der FDP.

Nicht zuletzt wegen des großen Bahnhofs für Fröbel waren neben Wirtschaftsvertretern viele Gäste anderer politischer Couleur sowie frühere Weggefährten gekommen – darunter der frühere Oberbürgermeister und Ex-Bundesminister Hans Eichel (SPD), Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (CDU) sowie Bertram Hilgen (SPD), der als OB wie auch RP Amtserfahrung hat.

Der Oberbürgermeister sagte, Fröbel habe „immer dafür gestritten, dass Kassel sein Licht nicht unter den Scheffel stellen soll“. Diese Perspektive habe durch neuerdings gute Wirtschaftsdaten ihre Berechtigung erhalten. Hilgen sagte, Kassel sei auf bestem Weg dorthin, „wo es hingehört: in die Mitte der wohlhabenden Städte Deutschlands“.

Im documenta-Jahr wird die Stadt Gelegenheit haben, mit ihrem erstarkten Selbstbewusstsein Hunderttausende internationaler Gäste von den Reizen Kassels zu überzeugen. „Ich freue mich auf eine documenta, die uns überwältigen wird“, sagte Henriette Gallus.

Das Wort der Pressefrau vom „Bewusstseinszustand“ mache jedenfalls neugierig, fand FDP-Kreischef Björn Sänger. Seine Bundestagskollegin Dyckmans kenne so etwas „bisher nur aus anderen Zusammenhängen“, scherzte Sänger. Dyckmans ist Drogenbeauftragte der schwarz-gelben Bundesregierung.

Von Axel Schwarz

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