Eon Mitte: Streit um Übernahme durch Landkreise

Kreis Kassel. Die FDP im Hessischen Landtag lehnt einen Verkauf von Eon Mitte an die Kommunen ab. „Es ist bedauerlich, dass Eon sich nicht am Wettbewerb der Energieversorger beteiligt, sondern aus Gründen des Schuldenabbaus Tochterunternehmen verkaufen will.“

Das sagte der frühere Wirtschaftsminister Dieter Posch (Melsungen).

Das Vorkaufsrecht, das den Landkreisen eingeräumt wurde, sollte angesichts der angespannten finanziellen Situation der Kommunen allerdings nicht als Kaufverpflichtung angesehen werden, mahnte Posch. Eine weitere Verschuldung der Landkreise aufgrund des Kaufs von Eon Mitte würde nach seiner Einschätzung gegen die Schuldenbremse verstoßen.

Verdi: Große Chance

Dagegen befürwortet die Gewerkschaft Verdi eine Kommunalisierung der Stromversorgers. Diese biete eine große Chance für die Region, noch stärkeren Einfluss auf die Energiepolitik zu nehmen, sagte Energieexperte Axel Gerland. Die Vertreter der Belegschaft würden diesen Weg konstruktiv begleiten. Verdi verweist in diesem Zusammenhang auf den geplanten Abbau von 6500 Arbeitsplätzen beim Eon-Konzern. Gerland signalisiert den Kommunen, „den Weg auch tarifpolitisch zu begleiten“.

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Als „einmalige Chance, wieder kommunaler Mehrheitseigner zu werden“, bewerten die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Frankenberger (Kassel) und Timon Gremmels (Niestetal) den beabsichtigten Verkauf von Eon Mitte. Zusammen mit der Stadt Göttingen und den zwölf Kreisen im Gebiet der Eon Mitte solle alles dafür getan werden, den Energieversorger wieder mehrheitlich in kommunale Hand zu geben. Auch der Göttinger Grünen-Abgeordnete Stefan Wenzel sieht in der Kommunalisierung eine große Chance. Denkbar sei aber, dass es bei Eon Mitte „unterlassenen Unterhaltungsbedarf im Stromnetz“ gebe. (ket/hog)

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