Interview: Fraktionschef Erwin Schmidt über die neue Rolle der CDU als stärkste Fraktion in Kaufungen

Interview mit Kaufunger CDU-Fraktionschef Erwin Schmidt: „Den Knoten lösen"

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Erwin Schmidt

Kaufungen. Nach dem Rauswurf von Helmut Bring aus der SPD-Fraktion befindet sich die CDU im Kaufunger Gemeindeparlament in einer neuen Rolle: Gab es zwischen den großen Fraktionen bislang ein Patt (beide 13 Sitze), ist die CDU jetzt die stärkste Partei.

Über die neue Situation sprachen wir mit Fraktionschef Erwin Schmidt.

Herr Schmidt, hätten Sie damit gerechnet, dass die CDU noch einmal stärkste Fraktion wird?

Erwin Schmidt: Nach dem Wahlsonntag, als wir ja kurzzeitig vorn lagen, habe ich nicht mehr damit gerechnet. Ich hatte gedacht, dass die SPD alles tun wird, um stärkste Fraktion zu bleiben. Mich überrascht daher, dass die SPD die Abgeordnete Antje Rumpf hat ziehen lassen und den Abgeordneten Helmut Bring ausgeschlossen hat. Der Verlust der Stellung als stärkste Fraktion ist nach dem Wahldebakel ein weiter Schlag für die SPD.

Lassen Sie uns einmal rechnen: Wenn die frühere SPD-Abgeordnete Rumpf zu den Grünen wechselt, dann kommen CDU und Grüne auf 19 von 37 Sitzen und haben damit die absolute Mehrheit. Steht Kaufungen vor einer schwarz-grünen Koalition?

Schmidt: Das ist eher schwierig umzusetzen. Beide Parteien haben zwar einige Schnittpunkte, eine Kooperation oder gar eine Koalition ist aber nicht unser erklärtes Ziel. Wir wollen konstruktiv mitarbeiten. Das können wir nicht zuletzt deshalb, weil wir drei von fünf Ausschussvorsitzenden stellen.

Sie könnten SPD-Bürgermeister Arnim Roß praktisch kaltstellen.

Schmidt: Das ist nicht das Ziel der CDU. Wir fordern auch nicht den Posten des Ersten Beigeordneten, was wir als stärkste Fraktion ja tun könnten. Der CDU geht es darum, den Knoten zu lösen, damit es in Kaufungen vorangeht.

Wird die erstarkte CDU jetzt mehr Initiativen starten?

Schmidt: Ja, wir sind uns da unserer Rolle bewusst. Ein wichtiges Thema, um das wir uns verstärkt kümmern werden, ist die Gewerbeentwicklung. Sie stagniert seit zwei Jahren. Dabei gibt es noch Flächen. Die Gemeinde muss sich aktiver als früher darum kümmern, dass neue Firmen nach Kaufungen kommen und eingesessene Unternehmen bleiben.

Und wo wollen Sie außerdem aktiv werden?

Schmidt: Beim Thema Wohnbebauung. Die Pläne für die Bebauung des Festplatzes sind überlegenswert. Wir brauchen aber auch das bereits geplante Wohngebiet Stolläcker-West an der Straße nach Nieste. Für eine positive Entwicklung der Einwohnerzahl ist dieses Projekt unerlässlich.

Blicken wir in die weitere Zukunft: In gut dreieinhalb Jahren wird in Kaufungen der Bürgermeister neu gewählt. Wie sieht die Strategie Ihrer Partei aus?

Schmidt: Die CDU wird einen Kandidaten stellen, das steht fest. Wer dies sein wird, ist aber noch nicht klar. Ich würde es übrigens aus Kostengründen gut finden, wenn die Kommunal- und die Bürgermeisterwahl an einem Tag stattfänden.

Noch mal zu Ihrem Kandidaten: Wollen Sie ein Eigengewächs oder einen Bewerber von außerhalb?

Schmidt: Wir haben gute Erfahrungen mit internen Kandidaten gemacht.

Von Peter Ketteritzsch

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