14-Jähriger aus Fuldabrück nach Badeunfall und monatelanger Reha zurück – Zum Klassensprecher gewählt

Dennis endlich wieder zu Hause

Wohnhaus muss rollstuhltauglich werden: Dennis (vorn, Mitte) freut sich, wieder zu Hause zu sein. Sein Bruder Dorian (hinten links), seine Eltern Keltoum und Herbert sowie Sponsor Harald Fischer (rechts) unterstützen den 14-Jährigen nach Kräften. Foto: Büntig

Fuldabrück. Rechtzeitig zum Schulbeginn durfte der seit einem Badeunfall im vergangenen Sommer gelähmte Dennis Mager (14) endlich wieder nach Hause zurückkehren. Einer seiner größten Wünsche nach 14 Monaten Aufenthalt in Krankenhaus und Reha war es, wieder in seine alte Schule in Guxhagen gehen zu dürfen. Der Wunsch ging in Erfüllung. Wegen der langen Ausfallzeit wiederholt Dennis dort nun die 8. Klasse.

An seiner Seite ist ein Schulassistent, der ihn überall dort unterstützt, wo der 14-Jährige, der nun an den Rollstuhl gefesselt ist, an seine Grenzen stößt. Wie es in der Schule klappt, kann Dennis nach der kurzen Zeit noch nicht beurteilen. Nach ersten Unsicherheiten haben die Mitschüler erkannt, dass Dennis zwar nicht mehr laufen kann, sich ansonsten aber nicht sehr verändert hat. Seine Mitschüler haben ihn spontan zum Klassensprecher gewählt.

Das frühe Aufstehen fällt Dennis – wie vielen seiner Altersgenossen – schwer. Morgens braucht er nun viel Zeit: Der Pflegedienst kommt bereits um 6 Uhr, abfahrbereit ist Dennis um 7.20 Uhr.

Zu Hause ist der Anbau seines Zimmers noch nicht abgeschlossen. Mutter Keltoum hatte sich das eigentlich anders vorgestellt.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so viele Verzögerungen geben würde“, sagt sie und berichtet von der Notwendigkeit einer elektrischen Hebebühne anstelle der zunächst geplanten Rampe. Bis die Hebebühne fertig ist, muss Dennis von zwei Personen ins Haus getragen werden, mit seinem voll ausgestatteten Rollstuhl kann er das Haus nicht erreichen.

Dieser Rollstuhl mit 13 km/h Höchstgeschwindigkeit geht über das Kassenmodell mit 6 km/h hinaus, die Zusatzkosten konnten durch eine Spendenaktion von Kindern, Eltern und Lehrern der Hermann-Schafft-Schule gedeckt werden.

Bis sein neues Zimmer fertig ist, wohnt Dennis im elterlichen Wohnzimmer, das vergrößert wurde. Trotz dieser provisorischen Lösungen ist die Familie glücklich, endlich wieder vereint zu sein. „Es wurde Zeit, und wir wollten alle nicht noch länger warten“, fasst Keltoum die Gefühle ihrer Familie zusammen.

Hilfe erhält Dennis auch von einem ehemaligen Nachbarn: Harald Fischer kennt seinen Vater Herbert vom gemeinsamen Handballspiel und nimmt persönlich Anteil an dem Schicksal der Familie.

Inzwischen ist der frühere Nationalspieler Fischer Direktor der Top Vermögen AG in Starnberg, einer renommierten Vermögensverwaltung, die auch die Werner Reichenberger Stiftung betreut. Dennis soll über die Stiftung gefördert werden.

„Da ich die Familie und Dennis persönlich kenne, liegt mir sein Schicksal besonders am Herzen“, erklärt Fischer. Er hat den 14-Jährigen bereits in Fuldabrück besucht, um Dennis über die geplante Unterstützung zu informieren. HINTERGRUND

Von Sabine Büntig

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