Angelpläne im Bühl

Verband Hessischer Fischer sieht keine Schonzeit für Wels

Ahnatal. Entrüstete Kommentare gibt es im Internet zu den Plänen des Fischerei-Sportvereins Ahnatal, einen Riesenwels, der im Spätsommer 2011 zum ersten Mal gesichtet worden war, aus dem See der Freizeitanlage Bühl zu ziehen.

Auch im Fischereigesetz gebe es keine Vorgaben, die den Ahnataler Anglern verbieten könnten, den Riesenfisch - man spricht von 1,80 Meter Länge und rund 50 Kilogramm Gewicht - an den Haken zu bekommen. Denn, erläutert Peter: „Der Fisch ist groß genug, und in Hessen gibt es für den Wels keine Schonzeit.“ Er könne also das ganze Jahr über geangelt werden. Einzige Vorgabe: Aus tierschutzrechtlichen Gründen dürfe nicht mit lebenden Ködern geangelt werden.

Leonhard Peter

Ein Grund dafür, das es keine Schonzeit gibt, liegt darin, dass der Wels kein seltener, schützenswerter Fisch, sondern weit verbreitet und längst ein regelmäßiger Gast in Seen und Flüssen ist. Aus „fischökologischen Gründen“ sei man laut Peter deswegen vielmehr daran interessiert, die Wels-Population eher knapp zu halten. Denn, das gilt gerade für kleinere Seen wie den Bühl: Ein Schwergewicht wie der Riesenwels bringt durch seinen Appetit das ökologische Gleichgewicht durcheinander. „Der Wels breitet sich schnell aus“, sagt Peter. Und er frisst kleinere Fische wie zum Beispiel Brassen oder Rotaugen. Das verändere nicht selten die Struktur des Fischbestandes, „manche Fischarten verschwinden“. Das kann auch dazu führen, dass sich Algen im Übermaß ausbreiten. Laut Peter sei es daher „vernünftig, den Fischbestand dem Gewässer anzupassen“.

Denn ein hoher Algenbestand könne die Funktion des Bühls als Badesee und damit seinen Wert als Freizeitanlage negativ beeinflussen. Wenn wegen zu vieler Algen eine gesetzlich vorgeschriebene Sichttiefe nicht mehr gewährleistet sei, dürfe nicht mehr gebadet werden.

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